Nevfel Cumart bei Dichterlesung im Alten- und Pflegeheim - Verständigung und Integration als ...
Brückenbauer zwischen den Welten

Nevfel Cumart ist Schriftsteller, Referent, literarischer Übersetzer und Journalist türkischer Abstammung. Für seine Werke erhielt Cumart diverse Literaturpreise. Bild: bgl
Lokales
Oberviechtach
21.04.2015
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Nevfel Cumart ist ein deutscher Schriftsteller, Referent, literarischer Übersetzer und Journalist türkischer Abstammung. Reinhold Malzer, ehemaliger Stadtrat in Oberviechtach, lernte ihn vor 20 Jahren bei einer Fachkonferenz an der Berufsschule Weiden kennen. Seitdem sind die beiden in Verbindung und so organisierte Malzer auch den Termin für eine Dichterlesung im Alten- und Pflegeheim. Dazu hatte sich auch die gesamte Heimleitung eingefunden.

Geboren wurde Nevfel Cumart 1964 in Lingenfeld (Rheinland-Pfalz); aufgewachsen ist er im Niedersächsischen Stade. Dort studierte er ab 1986 Turkologie, Arabistik, Iranistik und Islamwissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg. Seit 1993 arbeitet er als freiberuflicher Schriftsteller, Referent, Übersetzer und Journalist in Bamberg.

Vielfach ausgezeichnet

Neben Lyrikbänden in Deutsch, Englisch und Türkisch veröffentlichte er auch 16 Gedichtbände, eine Sammlung mit Erzählungen und außerdem zahlreiche Prosabeiträge, Aufsätze und literarische Essays in diversen Anthologien und Fachpublikationen. Seit 1992 leitet er die Literaturredaktion des Bamberger Stadtmagazins und ist freier Mitarbeiter im Feuilleton zweier Fränkischer Zeitungen. Er ist auch Vorsitzender der "Neuen Gesellschaft für Literatur in Erlangen", Mitglied im P.E.N.-Zentrum Deutschland sowie der Europäischen Autorenvereinigung und mehr. Für seine Werke erhielt Cumart diverse Literaturpreise, unter anderem die Kulturpreise Bayern 2008 und der Oberfrankenstiftung 2009 sowie den Pax-Bank-Preis 2011 und die "Poetik-Professur der Universität Innsbruck 2012.

Werke eingebunden

Cumart erzählte den zahlreichen Zuhörern aus seiner Jugendzeit und warum er sich im Mädchengymnasium unterrichten ließ. Dann erklärte er seinen arabischen Namen und dass sein Vater schon seit 54 Jahren in Deutschland lebt, aber eine Griechin geheiratet hat. Nach Deutschland kamen seine Eltern als Erwachsene. Er ist aber in Deutschland geboren und darum "fühlt er sich manchmal als Deutscher und manchmal als Türke". Manchmal freut er sich und manchmal nicht - aber er fühlt sich wohl dabei", erzählte Cumart in launischer Umschreibung weiter.

Er lebte lange Zeit in der Stadt Stade und hält seit 25 Jahren Vorträge. Sein Vater arbeitete 23 Jahre ohne Krankenversicherung; vieles wusste Cumart über die Verhältnisse zwischen der Türkei und Deutschland zu berichten. Dazwischen streute er auch sehr gekonnt immer wieder Auszüge aus seinen Werken wie "Von der Jahreshauptversammlung der Bayerischen Gefängnispfarrer", vom Fernseher, der kaputt ging und der Suppe, die anbrannte, sowie über die Reise in die Türkei ein . Eines seiner auserwählten Themen betraf die Sonne, denn "es ist nicht die Sonne die da scheint, es ist das Auge Gottes". Eine gute Stunde lang fesselte Nevfel Cumart die aufmerksamen Zuhörer an seine Erzählungen. Am Schluss legte er seine Schriftwerke aus und signierte die erworbenen Exemplare.
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