Opfer von Terror und Gewalt

Bei seiner Rede appellierte Oberstleutnant Mario Brux, das Gedenken an die Gefallenen und Vermissten in Ehren zu halten. Bild: frd
Lokales
Oberviechtach
16.11.2015
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101 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkrieges zeigen bewaffnete Konflikte in der Welt, welch großes Leid Kriege über die Menschheit bringen. Oberstleutnant Mario Brux betonte bei der Ansprache am Ehrenmal, dass der Volkstrauertag als Mahnung zur Versöhnung und Verständigung zu verstehen sei.

Vor dem Gedenken in der Allee fand ein Wortgottesdienst in der Stadtpfarrkirche statt. Dazu hatten sich viele Gläubige, sowie Vereine mit ihren Fahnenabordnungen eingefunden. Die beiden Geistlichen Alfons Kaufmann und Dr. Harald Knobloch, gedachten im Gebet der Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege und der Opfer von Terror und Gewalt.

Soldaten marschieren mit

Anschließen formierte sich der Marsch zum Ehrenmal, woran auch der Ehrenzug der Bundeswehr zu den Klängen des Kolping-Spielmannszuges und der Stadtkapelle dabei war und in der Allee Aufstellung zur Gedenkfeier nahm. Nach einem Choral der Stadtkapelle stellte der Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Mario Brux, am Beginn der Gedenkrede fest, dass es ihm ein persönliches Bedürfnis sei, an diesem besonderen Tag zusammen mit der Bevölkerung den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft zu gedenken. Dabei wolle er auch den betroffenen Familien der Region Oberviechtach seine Solidarität bekunden. Forderte der Erste Weltkrieg fast zehn Millionen Todesopfer, 20 Millionen Verwundete bei den Soldaten und weitere sieben Millionen zivile Opfer, so begann - als hätte die Welt daraus nichts gelernt - 25 Jahre später der Zweite Weltkrieg mit 55 Millionen Kriegsopfern, darunter viereinhalb Millionen deutsche Soldaten.

Aus Feldbriefen zitiert

"Hier mag der menschliche Verstand wohl überfordert sein, um das gigantische Ausmaß des Leids begreifen zu können, das die Menschheit in diesen beiden Kriegen zu ertragen hatten", sagte Brux. Der Bataillonskommandeur verlas in seiner Rede einige Auszüge aus Feldbriefen. Er ließ einen Unteroffizier als Zeitzeugen zu Wort kommen, der seiner Frau von den Grausamkeiten des Krieges, von Tod und Verwundung seiner Kameraden berichtete.

Der Begriff "Heldentod" verschleierte und verherrlichte in der Heimat das industrialisierte Massensterben für "Volk und Vaterland". Die Gefallenen auf den Schlachtfeldern, die verstümmelten Kriegsheimkehrer, die getöteten Zivilisten schufen jedoch eine erlebte und erzählte Wirklichkeit, die diese Kriege zur einschneidenden und einzigartigen Ereignissen im Gedächtnis aller beteiligten Völker machten.

Mit zunehmendem Abstand vom Krieg sei heute dieser Gedenktag als ein Tag der Trauer, aber auch als ein Tag der Mahnung zur Versöhnung und Verständigung, über die Gräber der Soldaten hinweg zu verstehen. In dieses Gedenken so Oberstleutnant Brux, müssen auch die 104 bei Auslandseinsätzen gefallenen Soldaten der Bundeswehr eingeschlossen werden, die im Dienst für Volk und Vaterland ihr Leben lassen mussten, wobei in dieses Gedenken besonders das Leid der Angehörigen mit eingeschlossen werden müsse, wofür Brux um eine Schweigeminute bat. Mit den Worten des englischen Biographen und Sozialreformers Samuel Smiles aus dem 19. Jahrhundert ("Es heißt nicht sterben, man lebt doch in den Herzen der Menschen fort"), die er als kleinen Trost verstand, schloss der Kommandeur seine Rede zum Volkstrauertag.

Auch die Schülersprecher der Doktor-Eisenbart-Schule (Sebastian Baumer und Vanessa Reisig) gedachten für ihre Generation und stellvertretend für alle Schüler der Schulstadt Oberviechtach, der Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege und mahnten zum Frieden in dieser Welt, wofür auch die beiden Geistlichen zum Gebet aufriefen.

Kränze niedergelegt

Nach der Kranzniederlegung durch Bürgermeister Heinz Weigl, Oberstleutnant Mario Brux und den Vertretern des Bayerischen Soldatenbundes, der Reservistenkameradschaft und der Feuerwehr schloss die Gedenkfeier mit dem Lied vom "Guten Kameraden" sowie der Bayern- und Deutschlandhymne.
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