Ovigo-Diamanten funkeln hell

Lucy ist tot! Ihre Freundinnen machen sich gegenseitig Vorwürfe. Von links: Klara (Maria Wabra), Celine (Antonia Schneider), Emma (Sophia Zimmermann) und Leni (Julia Gitter). Bild: weu
Lokales
Oberviechtach
08.09.2015
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"Diamond Lucy", ein Stück, das die Theatergruppe "Ovigo" im Pfarrheim auf die Bühne brachte, glänzt mit den Youngsters: Nur eine Darstellerin ist über 18 Jahre alt und die erst siebenjährige Eva Schönberger eroberte die Herzen der Zuschauer von der ersten Minute an.

Im voll besetzten Saal des Pfarrheims begrüßte die Regisseurin des Stücks, Julia Ruhland, die Gäste zur Premiere, unter ihnen auch Landrat Thomas Ebeling und den früheren Leiter von "Ovigo", Wolfgang Pöhlmann. Sie versprach ein energiegeladenes, witziges, aber auch nachdenkliches Stück.

Mysteriöser Anruf

Im Mädchenzimmer der Villa von Celine, deren Vater "Kohle scheffelt" und eine Freundin nach der anderen hat, treffen sich Celine (Antonia Schneider), Klara (Maria Wabra), Emma (Sophia Zimmermann) und Leni (Julia Gitter). Quirlig geht es zu, wie eben pubertierende Teenager sind. Da stehen Facebook und Twitter, Schlankheitswahn, Jungs, Schminken und Parties im Mittelpunkt. Eine fehlt jedoch - Lucy.

Ein mysteriöser Anruf auf dem Handy verheißt nichts Gutes. Lucy (Johanna Gradl) ist tot, die Mädchen müssen sich dem Verhör stellen. Sie bewerfen sich selber mit Vorwürfen und zerfleischen sich verbal. Lucy habe gesehen, wie der von allen umschwärmte Kaspar (Johannes Rahm) mit Leni geknutscht hat. Celine habe auch ein Auge auf Kaspar geworden.

Oberpfälzische Version

Vor dem Hintergrund banaler Zwänge, Ängste und Eifersüchteleien wird die Realität in Frage gestellt. Der Ausgang des Stücks mit Tiefgang verblüfft die Zuschauer und lässt viel Raum zum Nachdenken und eigene Interpretationen. Florian Wein, der Leiter der Theatergruppe, hat das Stück in die oberpfälzische Version gebracht. Mit den lokalen Orten wie dem Kino in Oberviechtach, dem Ortenburg-Gymnasium, Marktplatz und Jahnstraße schafft er eine konkrete Identifikation mit der Region.

Die siebenjährige Eva Schönberger sorgt als Celines Schwester Lisa für Erheiterung, extra für sie wurde das Stück etwas verändert. Mal flitzt sie als Batman über die Bühne, dann als Spiderman und Spongebob. Im nächsten Augenblick führt sie philosophische Gespräche mit Kaspar und erteilt ihm Lebensweisheiten. Regisseurin Julia Ruhland, die von Martina Baumer und Lisamarie Berger assistiert wurde, hat ihr Regie-Debüt mit dem nicht ganz einfachen Stück bravourös gemeistert. Ihr gelang es, die Teenager authentisch auf die Bühne zu bringen und Tanz, Musik und Kulissen perfekt aufeinander abzustimmen.

Den Titel "Diamond Lucy" greift der Schlusssatz auf: "Wir sind alle Diamanten, mal scheinen wir mehr, mal weniger." Die Premiere war ein leuchtender Diamant.
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