Pendler mit Lernschwäche

Lokales
Oberviechtach
13.09.2015
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Die Ferien sind zu Ende und der Unterricht beginnt wieder mit vollem Schwung. Aber Oberviechtach hat eine Schule weniger! Nach 46 Jahren bleiben die Türen der Förderschule geschlossen. Diese war früher schon in vielen Gebäuden zur "Untermiete".

Am 10. September 1969 wurde für den damaligen Landkreis Oberviechtach eine Sonderschule errichtet. Aufgabe war und ist es immer noch, Schüler mit Aufmerksamkeits-, Konzentrations- und Verarbeitungsschwächen oder mit verlangsamter Lernfähigkeit zu fördern. Mit 21 Schülern ging man im Schuljahr 1969/70 an den Start.

Bedarf wächst

Da kein Schulgebäude vorhanden war, wurde die Klasse im alten Gebäude der Berufsfachschule untergebracht. Als Schulleiter und Lehrer wurde Michael Eckl abgeordnet. Nach diesem Jahr wurde Ludwig Rester mit der Schulleitung beauftragt. Bis 1977 wuchs die Schülerzahl auf 92 Schüler, die in fünf Klassen unterrichtet wurden. Ein Klassenzimmer befand sich im alten Caritasgebäude (Pfarrheim), das gleichzeitig "Headquarter" (Rektorat und Lehrerzimmer) war, eines im "Rot-Kreuz-Haus" sowie je ein Raum in der alten Berufsschule und im alten Feuerwehrhaus. Ein Klassenzimmer war sogar in die Volksschule Pullenried ausgelagert, welches dann später in den Sitzungssaal des Oberviechtacher Kreistages verlegt wurde.

Durch den Neubau der Volksschule 1977 konnte der Landkreis den Trakt der alten Knabenschule anmieten, und die Schüler zogen dort ein. Endlich wurden alle Klassen in einem Schulhaus unterrichtet. Mit der Einführung der Diagnose-und Förderklasse 1992 gingen die stetig schwindenden Schülerzahlen wieder deutlich nach oben.

2001 wurde Rektor Ludwig Rester nach 31 Jahren an der Schule in den verdienten Ruhestand verabschiedet. Willi Völkl übernahm das Ruder und führte die Schule bis Juli 2008. In diese Zeit fiel im September 2004 auch die Eröffnung der Schulvorbereitenden Einrichtung (SVE), die auf über zehn Jahre erfolgreiches Bestehen zurückblicken kann. Nachdem auch Willi Völkl seinen Ruhestand antrat, wurde im September 2008 die Oberviechtacher Förderschule mit der Nabburger zu einem Sonderpädagogischen Förderzentrum zusammengelegt. Oberviechtach war nun die Außenstelle des Förderzentrums Nabburg.

Sprachförderung bleibt

Oliver Vogel leitete das Zentrum, ihm zur Seite stand Konrektor Josef Bodensteiner, der im Oberviechtacher Haus die Fäden zusammenhielt, aber 2014 auch in den Ruhestand verabschiedet wurde. Die Hoffnung der Kinder, dass die Schule noch lange erhalten bleiben würde, hat im September ihr Ende. Die Schüler müssen den weiten Weg nach Nabburg antreten oder werden durch die Inklusion in der Grund- und Mittelschule unterrichtet. Auch die verbleibenden Lehrer müssen nach Nabburg.

Das bewährte Modell der SVE in den Räumen über dem Kindergarten St. Marien bleibt dort erhalten und bietet die spezielle Förderung von Kindern mit Sprach- und Leistungsdefiziten auch weiterhin an.
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