Personalsteuerung - Offiziere und Feldwebel für Umgang mit Soldaten geschult
Strategien für den Nachschub

Oberst Dr. Frank Utzerath zeigte Möglichkeiten auf, wie sich die Bundeswehr den Nachwuchs sichern kann. Bild: frd
Lokales
Oberviechtach
02.02.2015
106
0
Die Bundeswehr ist kein Abenteuerspielplatz. Wie sie nach Abschaffung der Wehrpflicht trotzdem junge Menschen für sich einnehmen kann, ist auch eine Sache der Strategie. Bei einer Weiterbildungsveranstaltung für Offiziere, Kompaniefeldwebel und Kompanietruppführer gab es Tipps für den Umgang mit den "Neuen".

Seit dem Wegfall der Wehrpflicht hat es die Bundeswehr nicht leicht, qualifizierten Nachwuchs zu finden. Wer nur ein Abenteuer sucht, ist - wie in jedem anderen Beruf auch - fehl am Platz. Nicht wenige verlassen, nachdem sie in die Bundeswehr "hineingeschnuppert" haben, auch schnell wieder die Armee.

Goldener Mittelweg

Für die Vorgesetzten kommt es deshalb beim Umgang mit neuen Soldaten darauf, einen goldenen Mittelweg zu finden. Sie sollen die Soldaten in der Bundeswehr halten, ihnen andererseits aber auch die nötige Disziplin abfordern. Gerade Disziplin ist speziell bei den Auslandseinätzen dringend nötig. Aus diesem Grund hatte der Kommandeur des Panzergrenadierbataillons 122, Oberstleutnant Mario Brux, mit dem Oberst i. Gl. (Oberst im Generalstab) Dr. Frank Utzerath einen kompetenten Referenten eingeladen. Dr. Utzerath ist Referatsleiter im Kommando Heer III 1(2). Er erwies sich als Fachmann für diese Weiterbildungsveranstaltung für Offiziere, Kompaniefeldwebel und Kompanietruppführer. Er bezog nun auch Stellung zum Thema "Nachwuchsgewinnung in der Laufbahn der Mannschaften" und hatte einige gute Tipps parat. Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit anschließendem Vortrag sprach der Referent über das Personalstruktur-Model 185 (PSM 185), wobei er vor allem auf das Zustandekommen der Personalstärke einging. Außerdem gab Utzerath Einblicke in die Personalsteuerung und Personalplanung des Heeres. Auf dieser Basis zeigte er die Möglichkeiten bei den verschieden Laufbahnen sowie in den verschieden Reichweiten und Verpflichtungszeiten auf.

Bewerberzahl stabil

Der Oberst informierte über die aktuelle Qualität und Anzahl der Bewerber in allen Laufbahnen und zeigte auf, das sich die Bewerberzahlen in den vergangenen Jahren nicht signifikant verändert haben. Dabei sei auch deutlich geworden, dass im Panzergrenadierbataillon 122 die Personallage als "gut" bezeichnet werden könne. "Scheinbar fühlen sich die Soldaten in Oberviechtach, eingebettet in eine zu ihnen stehende Bevölkerung wohl", so der Tenor.

Nach dem Exkurs über die aktuelle Lage im Panzergrenadierbataillon 122 hatte der Referent noch Ratschläge parat, wie sich die Mannschaftsstärke im Verband aufrecht erhalten lässt. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch eine Gesprächsrunde mit angeregter Diskussion, der Oberst konnte dabei einige Fragen zum Thema beantworten.
Weitere Beiträge zu den Themen: Februar 2015 (7876)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.