Pfarrer Alfons Kaufmann beleuchtet Schicksal des Priesterkollegen Josef Losch
Märtyrer der Nazi-Zeit

Ausdrucksstark zeigt Präses Alfons Kaufmann die Hartnäckigkeit des ehemaligen Pfarrers von Miesbrunn auf, der das Nazi-Regime bekämpfte. Bild: nid
Lokales
Oberviechtach
01.12.2015
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"Pfarrer Josef Losch, Pfarrer von Miesbrunn, war einer von sechs Priestern und Ordensleuten der Diözese, die in der Nazi-Zeit getötet wurden", stellte Stadtpfarrer Alfons Kaufmann beim Abend der Marianischen Männerkongregation (MMC) fest. Er zeigte die Beweggründe für seine Enthauptung am 29. Januar 1945 in Berlin Plötzensee auf.

Die MMC hatte zu dem eher nachdenklichen Infoabend in das Pfarrheim eingeladen. Der Stadtpfarrer und Präses hatte sich unter anderem wegen des Geburtstages von Pfarrer Losch (21. Januar 1900 in Rottendorf bei Nabburg) und seiner Tätigkeit in Flossenbürg mit dessen Lebensgeschichte befasst.

"Pfarrer Losch ist ein Märtyrer. Er ist als Zeuge für Christus und für seinen Glauben gestorben", davon war Kaufmann überzeugt. In dem mit Lichtbildern unterstützten Vortrag zeigte er die Stationen des Priesters auf. Erstmals fiel er den Nazis schon zu Beginn des Jahres 1933 in Neusorg, also vor der uneingeschränkten Machtergreifung, auf, als er von der Kanzel rief: "Die Roten, damit meine ich die Sozi, sind mir lieber als die Braunen. Gott möge uns vor den Nazis bewahren!" Dies war seine politische Grundeinstellung, die er, trotz aller Warnungen kund tat.

Versetzungen des Ordinariats, um ihn aus der Schusslinie zu bekommen, halfen nichts. Vor allem seine wiederholt bösartig ironischen Bemerken veranlassten die Nazis, ihn auf die schwarze Liste zu setzen. Er wurde mehrfach denunziert und kam schließlich im Januar 1944 nach Regensburg ins Gefängnis.

Den entscheidenden Schlag gegen ihn sollte die Besetzung des Pfarrhofs in Miesbrunn mit einer Hausdurchsuchung durch die Gestapo einläuten. Schriftliche Unterlagen an befreundete Frontsoldaten und an die Familie lieferten die Grundlage für die Verurteilung am Volksgerichtshof in Berlin. Am 29. Januar 1945 um 13.30 Uhr musste er seinen Kopf auf das Schafott legen.

Sein Leichnam wurde verbrannt. Ein Vierteljahr danach erhielt die Familie die Mitteilung, dass sie gegen Einsendung von 50 Reichsmark die Asche erhalten könne. Die Urne befindet sich heute im Ehrenhain am Marienberg in Brandenburg.
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