Pfarrer Dr. Knobloch: Man muss fühlen, dass die Nacht ein Ende hat, glauben, dass aus Tod ...
Liebe als die Kraft hinter der Auferstehung

Die Damen des Gemeindechors schmückten die Dornen am Taufstein mit Osterglocken. Bild: weu
Lokales
Oberviechtach
07.04.2015
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"Ostern kann man nicht verstehen. Man muss es fühlen, dass die Nacht ein Ende hat, glauben, dass aus Leid und Tod neues Leben entsteht." So begrüßte Pfarrer Dr. Harald Knobloch die Gläubigen zur Feier der Osternacht um 6 Uhr morgens. Bereits im Kirchgarten wurden sie vom Osterfeuer empfangen, das Helligkeit und Wärme verbreitete.

Nach den Lesungen von der Erschaffung der Welt und der Sintflut wurde die Osterkerze hereingetragen und ihr Licht an die Gottesdienstbesucher weitergegeben. In der Predigt stand der berühmte Physiker Sir Jsaak Newton im Fokus, der Gottes Schöpfung mit unbändiger Neugier beobachtete. Auf die spöttische Frage eines seiner Studenten, wer denn glauben könne, dass der Staub der Toten wieder zu einem Leib und Leben geformt werde, machte er einen Versuch.

Mit einem Magneten holte er Eisenspäne aus einem Erdklumpen heraus und sprach: "Wer solche Kraft dem toten Magneten gegeben hat, wird er nicht Größeres unserer Seele am Auferstehungstag geben?" Es gibt eine Kraft, die stärker als der stärkste Magnet ist, die größer ist als alle Kräfte der Natur, schlussfolgerte Pfarrer Knobloch und nannte diese Kraft die Liebe. Sie überwinde Zeit und Raum. "Die Liebe Gottes zu uns Menschen ist die Kraft hinter der Auferstehung", so der Geistliche. Der Gemeindechor unter der Leitung von Pfarrer Knobloch und Katharina Kögel an der Orgel umrahmten die Feier mit einfühlsamen Liedern. Nach dem Abendmahlsgottesdienst waren die Gläubigen zum gemeinsamen Frühstück in den österlich geschmückten Gemeindesaal eingeladen, um Kaffee, Rühreier, Brot, Marmelade und Aufstriche zu genießen.

Der Festgottesdienst um 9 Uhr begann mit einem szenischen Anspiel, dem das Ereignis der zwei Emmaus-Jünger, die erkennen, dass Jesus das Brot mit ihnen gebrochen hat, zu Grunde lag. Ein alter Ölbaum, ein Stein, ein Holzspan und eine Tonscherbe erzählten als Zeugen des Geschehens die Geschichte von Emmaus aus ihrer Sicht. "Uns ergeht es ähnlich. Jesus ist da, aber wir erkennen ihn nicht", lautete die Erkenntnis in der Predigt, die zu einem Vergleich mit dem "kleinen Prinzen" von Antoine de Saint-Exupery führte: "Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. Man sieht nur mit dem Herzen gut."

Wenn man im Abendmahl gemeinsam das Brot breche, so wie die Emmausjünger, dann spüre man, dass Jesus da ist. Anschließend wurde ein Osterbrot ausgeteilt, um Jesu Nähe zu spüren. Musikalische Akzente setzten der Posaunenchor unter der Leitung von Christine Forster und Walter Wölfel an der Orgel. Die Osterfeiertage beendete Pfarrer Knobloch mit dem Gottesdienst am Ostermontag in Schönsee.
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