Projekte und Schüler unterstützt - Rektor sieht Bildung im Wandel: "Wissen allein genügt nicht ...
Förderverein ist wichtiges Bindeglied

Im Beisein von Rektor Rudolf Teplitzky, Fördervereinsvorsitzendem Karl-Heinz Stoppa und Stadträtin Lydia Eckert (von links) überreichten Schüler der Klasse 8c ihren neu gestalteten Schreibblock. Tobias Eichstetter (rechts) gestaltete die Versammlung musikalisch. Bild: bgl
Lokales
Oberviechtach
05.05.2015
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"Die Schülerschaft an der Doktor-Eisenbarth-Schule setzt sich ethnisch, sprachlich, kulturell, religiös und sozial äußerst vielfältig zusammen. Es gibt wohl kaum eine Einrichtung, in der die sozialen Gegensätze so augenfällig sind wie derzeit in den Schulen", bekannte Rektor Rudolf Teplitzky. Bei der Mitgliederversammlung des Fördervereins lobte Bürgermeister Heinz Weigl die "Vorzeigeschule".

Hauptaufgabe des Fördervereins ist es, Schule und Schüler zu unterstützen, wo Mittel durch Staat, Stadt, Schulverband und Eltern nicht ausreichen. "Mit den Mitgliedsbeiträgen und Spenden wurden bedürftige Schüler unterstützt und Projekte für einzelne Klassen umgesetzt", blickte Vorsitzender Karl-Heinz Stoppa zurück. Die Erziehungs- und Bildungsarbeit wurde unterstützt und schulische Belange insbesondere in sozialer Hinsicht gefördert. Zudem wurde großer Wert auf eine gedeihliche Zusammenarbeit mit Elternbeirat, Schulleitung und Lehrerschaft gelegt.

Als Träger der offenen Ganztagsschule verwaltet der Verein rund 120 000 Euro. Damit wurden bis zu elf fest angestellte Kräfte und zusätzlich bis zu zwölf Honorarkräfte beschäftigt. Hinzu kommen noch Schüler, die als Tutoren schwächere Schüler fördern. "Das beweist, dass der Förderverein ein wichtiges Bindeglied zwischen Staat, Stadt und Schule ist", bekannte Stoppa.

Schulleiter Rudolf Teplitzky warf einen Blick auf den aktuellen Schulbetrieb. Eine der zentralen Herausforderungen für die Schüler werde mit der Metapher "Digitalisierung" umschrieben. Dominant sei dabei der wirtschaftliche Aspekt und deshalb konzentriere sich zum Beispiel die Wirtschaft bei der Bildung vor allem auf die "Qualität der menschlichen Kraftreserven". Mit mahnenden Worten merkte der Rektor an, dass Bildung dabei manchmal als "Humankapital" definiert werde.

Laut Teplitzky rechne man in Bayern mit 70 bis 80 Prozent Abiturienten pro Geburtsjahrgang und Jahr. "Vor lauter Euphorie wird darauf vergessen, dass auch die alltägliche Qualitätsarbeit der Facharbeiterschaft verrichtet werden muss." Der Schulleiter nannte beispielsweise die Reparatur von Fahrzeugen, Geräten und Maschinen, die Herstellung von Energie und Lebensmitteln sowie die Bearbeitung von Holz, Metall und Kunststoff.

Allzu gern werde vergessen, dass auf dem globalen Markt das Wissen allein nicht mehr genügt, so Teplitzky - "man muss schneller und früher wissen als andere". Gleichzeitig sinke "die Halbwertszeit des erworbenen Wissens". So sei das Schulwissen in 15 Jahren nur mehr zur Hälfte verwertbar. Auch soziale Umwälzungen forderten die Gesellschaft in nie gekannter Weise. Neben einer Vielzahl von Familientypen sorge die Zahl der ausländischen Schüler für einen "außerordentlichen kulturellen Veränderungsschub".

"Eine moderne Schule lebt von der Unterstützung", würdigte der frühere Schulamtsdirektor Anton Stierstorfer die Arbeit des Fördervereins. Für die Stadt stellte Bürgermeister Heinz Weigl die gute Zusammenarbeit mit Schule und Förderverein in den Vordergrund. Der Verein nehme der Stadt ehrenamtlich viel Arbeit ab. "Das waren Worte, die von Herzen kamen", freute sich Vorsitzender Karl-Heinz Stoppa in seinem Schlusswort. Tobias Eichstätter (Klasse 7c) hatte die Versammlung mit seiner Harmonika begleitet.
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