Rathaus fest in Narrenhand

Das Rathaus in Frauenhand! Mit abgeschnittener Krawatte ließ Bürgermeister Heinz Weigl gestern Nachmittag das wilde Treiben in seinem Büro über sich ergehen. Ohne Gegenwehr übergab er die Kasse mit Schuldschein an die AWO-Faschingsgesellschaft, die von Marion Dietz (Mitte) angeführt wurde. Bild: Portner
Lokales
Oberviechtach
12.02.2015
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Mit einem dreifach "OVI Helau" stürmten die Grün-Weißen gestern um 13.13 Uhr zum 25. Mal das Rathaus. Während Bürgermeister Heinz Weigl um seine Krawatte zitterte, erinnerte Präsident Michael Welnhofer an die Geburtsstunde der Oberviechtacher Faschingsgesellschaft im Jahr 1991.

"Da simmer dabei, das ist prima! Viva Colonia", hallte es gestern den Besuchern des Rathauses entgegen. Im Sitzungssaal tanzte die Garde und Funkenmariechen Paula Landgraf fegte wie ein Wirbelwind durchs Foyer. Die Sachbearbeiter verließen ihre Büros und klatschten begeistert Beifall.

Zuvor war der Sturm aufs Rathaus ohne Komplikationen verlaufen. Musikant "Fonse" (Alfons Margraf) führte die Truppe auf dem Akkordeon an, die zielsicher an Sekretärin Anni Hauer vorbei in das Amtszimmer des Stadtoberhauptes marschierte. "Ja, lauter schöne Mädels!", freute sich der Bürgermeister.

Diese umringten den Schreibtisch und machten auch gleich klar, auf was sie es abgesehen haben: Auf die Stadtkasse und den Bürgermeisterstuhl. Denn bis zum Aschermittwoch wollen sie das Regiment führen. "Heute habe ich zum ersten Mal meinen Hut vergessen!", sagte Präsident Michael Welnhofer lachend. Er erinnerte an die Geburtsstunde der Faschingsgesellschaft "Grün-Weiß", als vor 25 Jahren spontan die Idee zum Rathaussturm entstand und über Nacht die Kostüme dafür genäht wurden. "Es war eine Riesengaudi. Alle machten spontan mit!", erinnerte sich Welnhofer.

Mittlerweile hatte Vizepräsidentin Marion Dietz die Prunkmütze des "Chefs" beschafft und da gestern Weiberfasching war, übernahm sie das Kommando. Zwei Mädels machten sich mit der Schere an der Krawatte des Bürgermeisters zu schaffen, während Annika, Lena und Sophia auf dessen Amtssessel Platz nahmen und mit großen Augen die Kasse inspizierten. Doch diese war so leer wie in den 25 Jahren zuvor - und nur mit einem Schuldschein bestückt. Als "Trostpflaster" überreichte Heinz Weigl ein Kuvert an den Präsidenten.

Mit Faschingsorden und flotten Tänzen bedankte sich die AWO-Jugend dann noch für die Unterstützung beim Mehrgenerationenhaus und stürmte schließlich mit einem "OVI-Helau" zum nächsten Auftritt.
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