Richter erhöht Geldstrafe für Schlag auf den Kopf mit einem Bierglas - Acht Monate auf Bewährung
Nach zu viel Alkohol "ausgeflippt"

Lokales
Oberviechtach
26.05.2015
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Schwere Körperverletzung ist kein Kavaliersdelikt. Das bekam am Donnerstag ein 36-jähriger Oberviechtacher bei der Verhandlung vor dem Amtsgericht Schwandorf, Nebenstelle Oberviechtach, zu spüren.

Der Mann hatte im angetrunkenen Zustand im Juni 2014 einem 47-jährigen Oberviechtacher ein Bierglas auf den Kopf geschlagen und diesem damit in einem Lokal am Bahnhof schwere und stark blutende Kopfverletzungen zugefügt. Der Streit zwischen den beiden Kontrahenten hatte schon in einem anderen Lokal begonnen, welches der später Geschädigte verließ, um noch ein Bier in einer anderen Gaststätte zu trinken. Doch der Angeklagte suchte zusammen mit seinem Bruder auch dieses Lokal auf.

Er schlug dem 47-Jährigen, der ebenfalls unter Alkoholgenuss stand, ein Bierglas auf den Kopf. Die Folge war, dass dieser drei Tage im Oberviechtacher Krankenhaus verbringen musste und zwei Wochen lang arbeitsunfähig war. Der Angeklagte gab die Tat gleich zu Beginn der Gerichtsverhandlung zu und bedauerte, dass er aufgrund des Alkoholgenusses etwas "ausgeflippt" war. Er glaubte jedoch, dass der Geschädigte "irgendwie mit der Hand ausgeholt hatte" und fühlte sich dadurch angegriffen. Diese Version bestätigten jedoch die zwei Zeuginnen nicht. Die Aggression im zweiten Lokal sei von dem Angeklagten ausgegangen, und er habe ohne Vorwarnung zugeschlagen. Der Antrag der Staatsanwältin, die den Tatvorwurf als erwiesen ansah, lautete auf acht Monate Freiheitsstrafe, auszusetzen für drei Jahre auf Bewährung, und eine Geldauflage von 300 Euro.

Der Richter ging in seinem Strafmaß sogar etwas höher und verurteilte den Angeklagten wegen erwiesener schwerer Körperverletzung der achtmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung - allerdings bei einer Geldauflage von 750 Euro. Der 36-Jährige, der auch die Verfahrenskosten tragen muss, nahm das Urteil an.
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