Rund um die Uhr für Babys da

Die "Übungseltern" erlebten stressige Tage und Nächte. Doch alle fünf sahen diese "Baby-Aktion", als Kompass für ihre Lebensgestaltung in den nächsten Jahren, sehr positiv. Dahinter (von links) Diplom-Sozialpädagogin Rita Stadler-Probst, Diplom-Sozialpädagogin Jadranka Umek und Fachlehrerin Maria-Franziska Meyer. Bild: frd
Lokales
Oberviechtach
28.07.2015
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Manche Entscheidungen sind für ein ganzes Leben wirksam. Ein Praktikum mit Babysimulatoren zur Vorbereitung auf das Elterndasein kann Jugendlichen helfen, die richtige Entscheidung zu treffen.

Wie ist das eigentlich, wenn man sich "rund um die Uhr" um ein Baby kümmern muss? Diese Frage können nun fünf Schüler der Staatlichen Berufsfachschule für Hauswirtschaft, Kinder- und Sozialpflege in Oberviechtach nach einem Elternpraktikum gut beantworten. Von Donnerstag bis Montag hatten sie ihre "Probe-Babys" zu Hause und mussten Tag und Nacht für ihr Baby da sein und es - compterüberwacht - gut versorgen.

Was Elternsein in der Praxis heißt und dass Babygeschrei in der Naht furchtbar "nervig" sein kann, ist den vier jungen Damen und einem jungen Mann sehr schnell deutlich geworden. Sie bekamen unter der Projektbetreuung von Fachlehrerin Maria-Franziska Meyer für einige Tage einen Baby-Roboter mit nach Hause.

Diese "Babys" waren so programmiert, dass sie schrien, wenn sie Hunger hatten, sich immer wieder nass machten oder laut krakelten, wenn sie ein wenig unzufrieden waren. Damit die jungen Damen und der junge Mann nicht "mogeln" und das "Baby" ihren Müttern überlassen konnten, hatten sie an einem nicht abnehmbaren Armband einen Sensor, der aktiviert werden musste, wenn sie sich kümmerten. Da mussten sie auch mehrfach nachts aus den Federn.

Auch tagsüber verlangten die Schützlinge massiv nach Fürsorge und Betreuung und das ausgerechnet an einem Wochenende, an dem tolles Badewetter herrschte und viele Veranstalter zu Sommerfesten einluden. Wie Projektleiterin Rita Stadler-Probst und Sozialpädagogin Jadranka Umek von "Donum Vita", der Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen in Schwandorf, den jungen "Eltern" nach Auswertung der Simulatoren bescheinigen konnten, haben sich aber alle fürsorglich und vorbildlich um "ihre Babys" gekümmert und diese Herausforderung gut gemeistert.

Auch die jungen "Eltern" zogen eine positive Bilanz dieser Baby-Aktion. Sie wollen zwar alle immer noch gerne Kinder, ab es muss nicht in nächster Zeit sein, da vor dem Elternsein noch schulische und berufliche Ziele erreicht werden wollen, was mit einem eigenen Baby problematisch werden könnte.
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