"Runder Tisch" über Arbeitsmöglichkeiten und Sprachkurse
Zur Integration von Asylbewerbern

Lokales
Oberviechtach
26.01.2015
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Beschäftigungsangebote und Integrationskurse für Asylbewerber waren Schwerpunkte des zweiten "runden Tisches Asylsituation in Oberviechtach", zu dem der CSU-Ortsverband unter anderem Vertreter der Stadt, der Schulen, Kirchen und der Tafel eingeladen hatte.

CSU-Ortsvorsitzender Christian Schneider informierte über Beschäftigungsmöglichkeiten für Asylbewerber. Die Arbeitszeit darf demnach maximal 80 Stunden pro Monat betragen bei einem Stundenlohn von 1,05 Euro. Bei 450-Euro-Jobs werden 25 Prozent auf die schon gezahlte Unterstützung angerechnet, 75 Prozent kommen direkt bei den Asylbewerbern an. Arbeitgeber können Kommunen, Kirchen und gemeinnützige Organisationen wie Vereine sein. Sie sind aufgerufen, Beschäftigungsmöglichkeiten zu prüfen; eine sozialversicherungsrechtliche Meldung ist nicht notwendig.

Zur Abwicklung gab Schneider folgende Details bekannt: Asylbewerber und Arbeitgeber kündigen der Ausländerbehörde die Beschäftigung an; diese erteilt mit Bescheid die Weisung an den Asylbewerber, dieser Beschäftigung nachzugehen. Die Lohnauszahlung erfolgt durch die Behörde. Eine Beschäftigung ist allerdings nur für zusätzlich geschaffene Stellen möglich; bestehende Jobs dürfen dadurch nicht verdrängt werden. Schneider zeigte sich erfreut, dass die Stadt am Bauhof und in der Werkstatt ab sofort Stellen zur Verfügung stellt. Die evangelische Kirche will ab Frühjahr zwei Personen beschäftigen und bei der VG werden solche Möglichkeiten noch geprüft.

Jana Rustler verwies auf einen Integrationskurs in Weiden ab Mai mit 20 Teilnehmern. Bewerber aus Oberviechtach sind gemeldet, aber aufgrund des großen Interesses ist eine Berücksichtigung eher unwahrscheinlich. Deshalb plant das Volksbildungswerk in Oberviechtach einen eigenen Integrationskurs. Zwei Bewerber können bereits ab Februar an einem Intensivkurs deutsch an der Berufsfachschule Schwandorf teilnehmen und ab Mai können sie zusätzlich eine Integrationsklasse besuchen.

Zur Sprache kam auch der äußerst positiv verlaufene Asylbewerber-Treffpunkt der katholischen Kirche mit etwa 30 Teilnehmern (wir berichteten). In der anschließenden Diskussion kamen eine Reihe von guten Vorschlägen zur weiteren Integration. So sind beispielsweise die Bürger aufgerufen, als Sprachpaten für Asylbewerber zu fungieren. Regelmäßige Treffen sollen dazu dienen, die Deutschkenntnisse der Ausländer zu verbessern. In einigen Fällen werde dies schon praktiziert. Ansprechpartnerin ist Angelika Vogl, die interessierte Bürger und Asylbewerber hier zusammenbringen will.

Zum Teil engagieren sich bereits pensionierte Lehrkräfte in diesem Bereich; weitere werden noch gesucht. Rudolf Teplitzky wird künftig einmal im Monat - organisiert von den Schülern durch ihre Schulfirma - an der Doktor-Eisenbarth-Schule ein Frühstück in der Schule anbieten. Klaus Habl hat angeboten, den Asylbewerbern bei Führungen Oberviechtach zu zeigen und ihnen die für sie wichtigen Einrichtungen näher zu bringen. In diesem Zug soll auch ein Stadtplan mit den für die Asylbewerber relevanten Dingen entstehen.

Das Thema "Integration" wird auch auf der Homepage der Stadt Einzug halten, ebenso ein Aufruf an die Bürger nach dem Motto "Wollen Sie helfen?" Ansprechpartnerin ist hier Angelika Vogl. Der nächste "runde Tisch" wird in drei bis vier Wochen stattfinden.
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