Schicksalsschlag nicht vergessen

Stadtpfarrer Alfons Kaufmann segnet das restaurierte Kreuz. Bilder: frd (2)
Lokales
Oberviechtach
27.05.2015
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Sie erinnern an Schicksalsschläge, an den Halt im Glauben oder schlicht an eine alte Tradition. Trotzdem sind die Marterl am Wegesrand oft dem Verfall preisgegeben. Ludwig Berger will da nicht tatenlos zuschauen.

Es gibt viele Kreuze, Marterln und andere Kleindenkmäler in marodem Zustand, weiß Kreisheimatpfleger Ludwig Berger. "Schöner wäre es, wenn es Menschen, wie hier in Obermurach gäbe, die sich ihrer annähmen und sie restaurierten." Dieses große Anliegen trug er bei der Segnung des Albang-Kreuzes am Ortsausgang von Obermurach an. Das Kreuz befindet sich auf Höhe der Abzweigung zum Anwesen Albang an der Abfahrt nach Nottersdorf. Berger selbst ging bei diesem herrlichen Dorfkreuz mit gutem Beispiel voran und hat die unansehnlichen und schon fast nicht mehr erkennbaren Christus- und Marienkörper unentgeltlich restauriert. Damit hat er dem Denkmal am Wegesrand wieder zu neuem Glanz verholfen.

Fast sämtliche Einwohner von Obermurach trafen sich zur Segnung des Albang-Kreuzes am Ortsausgang. Ortssprecher Manfred Senft bat Stadtpfarrer Alfons Kaufmann, das wieder "wie neu" aussehende Dorfkreuz zu segnen. Eine Bitte, der der Priester gerne nachkam. Er dankte all denen, die diesem kulturellen Kleinod wieder zu neuem Glanz verholfen und damit einen Beitrag zur Pflege christlicher Traditionen in der Heimatregion geleistet haben. Im gemeinsamen Gebet und in Gesängen rief der Priester den Segen Gottes auf dieses Kreuz herab sowie auf alle Menschen, die künftig davor stehen oder daran vorbeigehen, und besprengte es mit Weihwasser.

Dritter Bürgermeister Hösl würdigte vor allem das Engagement von Kreisheimatpfleger Ludwig Berger, der die Figuren unentgeltlich künstlerisch restauriert hat. Er habe dafür viel Freizeit geopfert. Das Holzkreuz hatte Hans Vogl zusammen mit Matthias Steger und Alexander Graf vom städtischen Bauhof aufgestellt. Das Umfeld wird künftig von der Dorfgemeinschaft gepflegt. Hösl übergab als äußeres Zeichen des Dankes ein Präsent an Ludwig Berger. Der Kreisheimatpfleger erinnerte daran, dass dieses Kreuz vor Jahrzehnten installiert wurde, da an diesem Ort ein Obermuracher tödlich vom Blitz getroffen worden ist. Berger appellierte an die Bürger der Region, sich dieser sich oft in schlechtem Zustand befindlichen Kleindenkmäler anzunehmen. "All diese Kleinode haben ihre Geschichte", gab er zu bedenken und ergänzte, dass es bei einer entsprechenden Anzahl von Restaurationsvorhaben möglich sei, Zuschüsse von staatlichen Stellen zu erhalten. Zur weltlichen Feier trafen sich alle anschließend im Gasthaus Albang.
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