Schnell und besonnen reagieren

Auch wer bereits den Führerschein hat, kann noch dazu lernen. Ein Training hilft Motorradfahrern, die Risiken im Verkehr zu minimieren. Bild: frd
Lokales
Oberviechtach
21.08.2015
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Schon beim Motorradführerschein wird den Kandidaten einiges an Fahrzeugbeherrschung abverlangt. Doch zum wahren Könner auf der Maschine werde man erst durch intensives Training, Selbstdisziplin und Rücksichtnahme auf die anderen Verkehrsteilnehmer, meint Rudolf Leibl.

Zum zweiten Mal in diesem Jahr bot die Gebiets-Verkehrswacht Oberviechtach und Umgebung deshalb ein Verkehrssicherheitstraining für Motorräder in der Grenzlandkaserne an. Da sich viele Motorradfahrer angemeldet hatten, gab es mehrere Gruppen. Bei diesem Programm "Könner durch Erfahrung" traten 3 Frauen und 18 Männer an zum intensiven Training. "Mit der Teilnahme haben sie Verantwortungsgefühl gegenüber sich selbst und anderen Verkehrsteilnehmern gezeigt", so die Einschätzung der Trainer.

Schmale Silhouette

Zunächst informierte der Vorsitzende der Gebietsverkehrswacht Oberviechtach, Fahrlehrer Rudolf Leibl, über die besondere Fahrdynamik und die damit verbundenen Gefahren beim Motorradfahren. Leibl merkte auch an, dass bei vielen Unfällen nicht die Motorradfahrer, sondern andere Verkehrsteilnehmer schuld sind. Das "Übersehen-Werden" wegen der schmalen Silhouette, sei eine der Hauptursachen für schwere Motorradunfälle. "Kradfahrer, die das wissen, rechnen damit und stellen sich auf die Situation ein, dadurch lässt sich das Unfallrisiko senken", so der Tipp des Fachmanns.

Auch der technische Zustand der Maschine berge ein Gefahrenpotenzial: Abgefahrene Reifen, ungünstige Reifenkombinationen, falscher Reifendruck, schadhafte Dämpfer, schlecht eingestellte Lager, aber auch auftriebserhöhende Bekleidungen und eine hecklastige Beladung können sich ungünstig auf das Fahrverhalten auswirken.

Der Fahrzeug-Check vor jeder Fahrt sollte genau so eine Selbstverständlichkeit sein, wie das Tragen einer geeigneten Schutzbekleidung, bei der nicht der Preis, sondern die Funktionalität ausschlaggebend ist, meinte Leibl. Den Lehrgangsteilnehmern wurden noch die Lernziele und Inhalte der Übungen erklärt, ehe es dann, mit der ersten Gruppe, auf das Motorrad ging. "So ist es den Fahrern in Notsituationen vielleicht möglich, schnell und besonnen zu reagieren", erklärt Leibl zum Nutzen des Trainings. Damit könnten sie sogar Leben retten oder schwere Verletzungen vermeiden.

Höchste Konzentration

Die bei den Praxisübungen eingesetzten Fahrlehrer Sabrina Leibl, Thomas Dietz und Kraftverkehrsmeister Peter Albang hatten einiges zu tun, wenn sie auch anerkennend feststellen konnten, dass bei allen Teilnehmern gutes "Motorradfahrer-Potenzial" vorhanden war. Leibl bedankte sich bei dieser Gelegenheit bei Bataillonskommandeur Oberstleutnant Mario Brux, der den Appellplatz für das Training zur Verfügung gestellt hatte.

Beim Fahren von engen Kurven, beim Slalom-, Achter-, oder Tempofahren im Kreis, wie auch beim Bremsen bei simulierten Notsituationen war höchste Konzentration gefordert. Dass der wirklich gute Fahrer äußerst langsam fahren kann, wurde im "Schnecken-Rennen" deutlich: Hier gewann nämlich der, der für eine vorgeschriebene Strecke die längste Zeit brauchte, was besonderen Spaß machte. Vom nächsten Fahrsicherheitstraining am 26. September können dann die Autofahrer profitieren.
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