Schock beim Mädelsabend

Lucy (Johanna Gradl, stehend) kennt die Wahrheit, doch sie ist für die Freundinnen unsichtbar und kann nur fassungslos zusehen, wie deren heile Welt Risse bekommt. Bilder: Bugl (2)
Lokales
Oberviechtach
29.08.2015
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Gummibärchen, Cola und ein Schminkspiegel: In die heile Mädchenwelt platzt ein Todesfall. Auf der Bühne im Pfarrsaal bekommt diese Welt Risse, dafür sorgt die Theatergruppe "Ovigo".

"Diamond Lucy" heißt das Theaterstück der Österreicherin Claudia Widmann. Ovigo-Chef Florian Wein bringt es in überarbeiteter Form am Samstag, 5. September, auf die Bühne. Dann treffen sich im Mädchenzimmer bei Celine Klara, Emma, Leni und - eigentlich auch Lucy. Aber sie fehlt an diesem Tag aus unklaren Gründen.

Mysteriöser Anruf

Da ist ein mysteriöser Anruf auf dem Handy, als die Mädels gerade beim "Vorglühen" sind, und irgendwann ist es vorbei mit der Leichtigkeit: Lucy ist tot, ein Kommissar will Fakten. Vor dem Hintergrund banaler Zwänge, Ängste und Eifersüchteleien wird die Realität grundlegend in Frage gestellt. Das Szenario auf der Bühne rückt noch ein wenig näher, wenn dort oben vom Oberviechtacher Kino die Rede ist, von der Klostergasse oder vom 1. FC Rötz.

Das Stück ist ohnehin ganz nah dran an der Welt Pubertierender, in der Facebook und Verliebtheit dominieren. "Es gibt da ein paar Seitenhiebe auf lokale Besonderheiten, aber alle sehr liebevoll", verspricht Wein.

Johannes Rahm spielt den Mädchenschwarm Kaspar, seine Fans verkörpern Julia Gitter, Johanna Gradl, Antonia Schneider, Maria Wabra und Sophia Zimmermann. Die siebenjährige Eva Schönberger ist als kleine Schwester Lisa mittendrin, extra für sie wurde das Stück ein wenig modifiziert. Für Regisseurin Julia Ruhland ist es ihr Regie-Debüt. Keine einfache Sache, hier die Schauspielerinnen im schwierigen Alter auf Kurs zu bringen, den Männer-Part mittendrin neu zu besetzten und nebenbei auch noch Tanz, Kulissen und Musik abzustimmen.

Fast nur Frauenrollen

Dass in diesem Stück überwiegend Frauenrollen zu besetzen sind, kommt für Ovigo-Chef Florian Wein dem Ensemble sehr entgegen: "Beim Theater gibt es immer einen Mädels-Überschuss. Es ist schon kurios, dass sich so wenig Männer trauen." Bei der Probe am Donnerstag hatte er wenig am Spiel der Darsteller auszusetzen.

Nur "ein Tick verzweifelter" kann die ein oder andere Szene ausfallen, mit einer Stimme, die mal entgleisen darf, und einem Monolog, der nicht zu schnell ablaufen soll. Wie authentisch die Welt der Jugendlichen rüberkommt, wird sich am Samstag, 5. September, um 20 Uhr bei der Premiere im Pfarrheim Oberviechtach zeigen, wenn der Theatervorhang einer Kulisse voller Poster weicht.
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