Schreibwerkstatt mit Nevfel Cumart lockt Mittelschüler aus der Reserve - Vortragsabend für ...
Vom Glücksgefühl der Poesie

Julia Troglauer und Melissa Fröhlich (von links) lesen Texte vor, die sie in der literarischen Schreibwerkstatt mit Nevfel Cumart verfasst haben. Bild: weu
Lokales
Oberviechtach
27.03.2015
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Unter dem Titel "Über Länder und fremde Kulturen hinweg" gestaltete der Schriftsteller Nevfel Cumart aus Bamberg eine interkulturelle Schreibwerkstatt mit den Schülern der beiden zehnten Klassen der Doktor-Eisenbarth-Schule (DESO).

Wie Gertraud Waldherr bei der Begrüßung der Eltern in der Mensa betonte, ist Cumart ein langjähriger Wegbegleiter der Schule. Der Kontakt ist durch die Familie Malzer zustande gekommen. Im Jubiläumsjahr, zum 50. Geburtstag der Schule, stelle dieses Projekt mit dem vielfach ausgezeichneten Schriftsteller einen Höhepunkt unter den Veranstaltungen dar. "Drei Tage lang lockte er Schüler aus der Reserve, führte sie an das Thema Literatur heran und verführte sie dazu, eigene Werke zu gestalten", beschrieb Waldherr das Projekt, das mit dem Vortragsabend seinen Abschluss fand.

Nevfel Cumart, der mit 17 Jahren erste Gedichte schrieb, moderierte die Schülerbeiträge. Er habe großen Respekt vor den Jugendlichen, die ihre eigenen Texte einer so breiten Öffentlichkeit vortragen. Freude am literarischen Schreiben zu erzeugen, sei das Ziel des dreitägigen Workshops gewesen. Dabei müssen sich die Schüler auch mit sich selbst, mit Lebenssituationen und der Gesellschaft auseinandersetzen, erklärte Cumart.

Bei den Texten ging es zunächst um "Heimat". "Wo ich glücklich bin" und "wo ich alle Sorgen vergessen kann" waren Antworten dazu. Die Schüler blickten aber auch über den Tellerrand und führten aus, was Heimat für die Menschen bedeutet, die diese verlassen mussten. Unter der Überschrift "Gefühle" ging es um Vertrauen, Herzenswärme, Frieden, Gelassenheit und Geborgenheit. "Glücksgefühle" sehen die Jugendlichen in der Ruhe, den Sonnenstrahlen und darin, wenn sie anderen eine Freude machen. "Schlimm ist", "Freude bereitet es mir" und "Mein Zuhause" waren weitere Themenbereiche, zu denen sie sich etwas einfallen ließen. Zum Nachdenken regte der Text "Die neuen Schuhe" an, bei dem es um die Verfolgung eines Mädchens durch einen Mann mit schwarzer Kapuze ging. Beeindruckend war das Werk von Melissa Fröhlich, die bereits ein ganzes Buch voller Texte verfasst hat. Ihre Ausführungen zum Thema "Krebs" erschienen so authentisch, dass sich mancher Zuhörer fragte, ob das Mädchen wirklich davon betroffen ist. In der Pause wurden Snacks serviert, die von Gerlinde Lohrer und der Hauswirtschaftsgruppe vorbereitet worden waren.

Zu den bereits vorgetragenen Themenbereichen las Nevfel Cumart zum Schluss eigene Texte vor, in denen er als Wanderer zwischen zwei Kulturen auch seine Erlebnisse und Empfindungen in Poesie umgewandelt hat. Alle Jugendlichen, die Texte vortrugen, erhielten von Rektor Rudolf Teplitzky eine Rose. Dank galt auch Norbert Friedrich für die Technikinstallation und Tobias Eichstetter, der die Veranstaltung musikalisch umrahmte.
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