Seilbahn löst Schaukeltier ab

Gestern hatten Kletterturm und Schaukeltier auch im Pfälzer Weg "hitzefrei". Ansonsten ist es der beliebteste Spielplatz im Stadtgebiet, der deshalb mit neuen Geräten aufgewertet werden soll. Bild: Portner
Lokales
Oberviechtach
22.07.2015
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"Ausgeschaukelt": Die Stadt schließt elf Spielplätze. Seit Jahren weist die CSU-Fraktion auf den teils mangelhaften Zustand hin und fordert ein Spielplatzkonzept unter dem Motto "weniger ist mehr". Das Konzept wurde nun am Dienstag im Stadtrat beschlossen - ohne die Stimmen der CSU.

In den Stadtratssitzungen von Dezember 2014 und Januar 2015 wurden die Grundlagen für ein neues Spielplatzkonzept vorgestellt (nichtöffentlich). Am Dienstag lag dieses nun zur Abstimmung vor. Bürgermeister Heinz Weigl wollte zu Beginn die Kritik der CSU/CWG/Aktive-Fraktion "es geht wenig weiter" entkräften. Er habe in der Zwischenzeit mit dem Bauhof-Personal gesprochen, welches die vorhandenen Plätze nochmals überprüfte.

"39 Plätze sind zu viel"

"Ich habe jetzt ein Konzept vorgelegt, welches Verwaltung und Bürgermeister tragen und welches weniger aber bessere Spielplätze schafft", betonte Weigl. 39 Spiel- und Bolzplätze seien für Oberviechtach einfach zu viel und deshalb sollen jetzt 11 aufgelöst werden (siehe Kasten). Davon könnten einige Geräte in bestehende Plätze übernommen werden. "Verwaltung und Bauhof werden nach der Zustimmung des Konzeptes die noch brauchbaren Geräte prüfen und auf bestehende Plätze verteilen", informierte der Bürgermeister. "Die Fraktion hat sich Gedanken gemacht", sagte Dr. Alexander Ried (CSU) und zitierte aus dem Eckpunktepapier. So sollten einige frei werdende Flächen für einen Jugend-Treffpunkt oder Mehrgenerationen-Treff (Schach/Grillplatz) genutzt werden, auch ein Spielplatz im Umland (wie Pullenried) sollte aufgewertet und in Oberviechtach ein Kleinkinderspielbereich geschaffen werden. Ried sprach mögliche Spielplatz-Patenschaften und klar definierte Qualitätsstandards mit Kontrollen an.

"Ein Jugendtreff im Freien ist schwierig. Es ist auch nicht einfach, im Hinblick auf die Lärmbelastung, einen passenden Platz zu finden", sagte Weigl und verwies auf den Vandalismus in den Siechenwiesen. Hier sollte eventuell der Pavillon versetzt werden. Auch der Bürgermeister sah es als sinnvoll an, den Spielplatz in Pullenried besser auszustatten. Er betonte, dass die Eckpunkte der CSU eingebaut werden, soweit sie dem Konzept entsprechen. Sitzgarnituren, Still- und Wickelmöglichkeiten seien an zentralen Plätzen angedacht.

Die Vorschläge zur Schließung hatte der Spielplatz-Ausschuss ausgearbeitet, bestehend aus jeweils zwei Stadträten von den Fraktionen und Johann Löschner vom Technischen Bauamt. Stefan Schwander (Sprecher der CSU/CWG/Aktive-Fraktion) monierte, dass diese in das Konzept übernommen wurden, ohne dass darüber mit den Bürgern öffentlich diskutiert wurde. "Wir stimmen deshalb nicht zu!" Heinz Weigl verwies dagegen darauf, dass jeder Anlieger die Auflösung aus persönlicher Sicht betrachte, aber die Bürger die Auffassung "weniger ist mehr" mittrügen. Das Konzept sieht vor, die Grundstücke als Bauplätze zu veräußern oder als Stellplätze und Grünanlagen zu nutzen. Darüber wird der Stadtrat in eigener Sitzung beraten.

60 000 Euro für Pfälzer Weg

Der am besten frequentierte Spielplatz liegt am Pfälzer Weg. Dieser soll aufgewertet werden. Falls es möglich ist, eine Teilfläche des benachbarten Grundstücks zu erwerben, könnte hier zusätzlich ein Bolzplatz entstehen. Geplant sind zwei neue Spiel-Kombinationen mit Pfahlhaus, Rutsche, Seilbahn und Schwebebahn für rund 60 000 Euro. Im Haushalt 2015 sind bereits 40 000 Euro für den Ankauf von Geräten eingestellt. Das Konzept sieht für den Pfälzer Weg in 2015 Ausgaben von 37 500 Euro vor, sowie 2500 Euro für Ergänzungen in Obermurach. Auf Anregung von Josef Lohrer, Sprecher der PWG/SPD/JW-Fraktion, wird der geplante Spielplatz "Siechenwiesen" (hinter Autohaus Zwack) aus dem Konzept gestrichen.

Auf folgenden Spielplätzen werden auch in den nächsten Jahren noch Kinder herumtollen:


Am Sandradl II (Verkleinerung auf circa 800 Quadratmeter, Rest als zwei oder drei Bauparzellen veräußern)
Kapellenweg
Wolfgrubenweg II
Eigelsberg, Lind
Mitterlangau
Nunzenried
Oberlangau
Obermurach
Pirk
Pirkhof
Pullenried alt und neu
Wildeppenried

Folgende Bolzplätze bleiben erhalten:


Nunzenrieder Straße (alter Fußballplatz)
Sandradl I
Wildeppenried (Gartenrieder Straße
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