Seit 47 Jahren "im Busch"

Pater Alfons Brunner (79) predigte bei den Gottesdiensten am Wochenende und berichtete auch von seiner Missionsarbeit in Zimbabwe. Bild: nid
Lokales
Oberviechtach
23.06.2015
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Pater Alfons Brunner ist seit Freitag wieder im Lande. "Ich lass mich wieder aufmöbeln", sagte der 79-Jährige mit Blick auf seine Gesundheit bei seiner Predigt in der Stadtpfarrkirche. Zum Ende hin gab er einen Kurzbericht über die aktuelle Lage in Zimbabwe.

Die Kirchenbesucher staunten, als zu den Wochenend-Gottesdiensten neben dem zelebrierenden Ortsgeistlichen auch der Oberviechtacher "Afrika-Missionar" mit in die Kirche einzog. Der dabei wie eh und je frisch wirkende Pater der Mariannhiller Missionskongregation weilt nun wieder - wie alle drei Jahre - zu seinem turnusgemäßen Heimaturlaub in seinem Geburtsort.

Briefe vermisst

In den Gottesdiensten hielt er die Predigt zum Tagesevangelium, bei dem es um die ängstlichen Apostel ging, die auf See wegen des aufkommenden Sturms um ihr Leben fürchteten. Dabei ging er auf die "Stürme" ein, die in der heutigen Zeit auf die Kirche zukommen; diesen könne man nur durch einen festen Glauben begegnen. Brunner beleuchtete anschließend auch kurz die aktuelle Situation in Zimbabwe (früher Rhodesien), wohin er vor 47 Jahren als Missionar ging und sagte: "Seit meinem letzten Bericht vor drei Jahren ist nichts besser geworden - eher schlechter. Präsident Mugabe, inzwischen 92 Jahre alt, ist an der Macht und wird nicht zurücktreten". Er sei bestens umgeben und geschützt von Sicherheitskräften. Für die prekäre Lage nannte Brunner beispielhaft den dortigen Postverkehr. Briefe kämen oft mit sehr langen Verzögerungen oder auch gar nicht an. Dies war insbesondere an jene gerichtet, die Postsendungen an ihn geschickt hätten. Er überlege derzeit, inwieweit er die moderne Technik nutzen könne um durch "Skypen" mit der Heimat noch besser in Verbindung zu sein.

Wie schon bisher, besteht seine pastorale Arbeit in einem Kinderheim. 62 Kilometer einfach müsse er von seiner Wohnung dorthin "in den Busch" zurücklegen. "Als weitere Aufgabe habe ich nun für ein Altenheim in Bulawajo Sorge zu tragen", berichtete er. Besonders berührt habe ihn dort ein Treffen mit einer Jüdin, das er näher schilderte.

Arztbesuch notwendig

Generell sagte Brunner zur Missionsarbeit: "Wir können arbeiten, so lange wir in der Kritik den Mund nicht zu weit aufmachen." Was seinen Gesundheitszustand betrifft sehe er sich veranlasst eine Untersuchung beim Kardiologen vornehmen zu lassen. Dazu fahre er bereits in dieser Woche nach Würzburg, dem zuständigen Sitz seines Ordens. Voraussichtlich im August wird er nach Zimbabwe zurückkehren. Brunner dankte allen, die ihn durch Gebet und finanziell unterstützt haben. Stadtpfarrer Alfons Kaufmann wünschte ihm eine gute "Runderneuerung und Auffrischung" für seinen weiteren Einsatz.
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