Stadt muss Wasserpreis und Kanalgebühr erhöhen - Jobbörse für Soldaten
Sparsamkeit tangiert Gebühren

Lokales
Oberviechtach
06.08.2015
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Die Gebühren für die Wasserversorgungsanlage Oberviechtach wurden letztmals im Jahr 2006 angepasst. "Kämmerer Michael Hösl hat wie alle drei Jahre durchkalkuliert", sagte Bürgermeister Heinz Weigl bei der Stadtratssitzung. Hösl informierte über die Nachkalkulation 2012 bis 2014, welche eine Unterdeckung von 5440 Euro ans Licht brachte. Das Minus aus 2011 (22 627 Euro) konnte nahezu ausgeglichen werden.

Allerdings habe sich der Wasserverbrauch verringert und aufgrund der Sanierungsmaßnahmen erhöhe sich zeitweise der Bezug von Fremdwasser. In die Vorausberechnung für 2015 bis 2017 hat Hösl Investitionskosten berücksichtigt und kommt auf eine Erhöhung von vier Cent. Die Räte legten den Wasserpreis, gültig bis 30. August 2018, einstimmig auf 1,30 Euro pro Kubikmeter fest.

40 Cent mehr

Bei der Änderung der Beitrags- und Gebührensatzung zur Entwässerungssatzung waren zwei Beschlüsse notwendig und zwar für die Anlagen Oberviechtach sowie Pullenried/Wildeppenried. "In Oberviechtach besteht das Problem, dass in den letzten drei Jahren eine sehr hohe Unterdeckung erwirtschaftet wurde", informierte Michael Hösl und bezifferte diese auf 248 765 Euro. Die Einleitungsmenge habe sich in 2014 um rund 20 000 auf 196 424 Kubikmeter verringert, wobei die Abwasserabgabe mit rund 82 000 Euro zu Buche schlägt. Die Vorausberechnung ergibt eine Erhöhung von 0,40 Euro. "Die Einleitungsgebühr von 2,42 Euro pro Kubikmeter Abwasser wäre fest bis 30. August 2019", sagte der Kämmerer. Der Stadtrat schloss sich dem Vorschlag einstimmig an, nachdem die Fraktionssprecher betonten: "Die Erhöhung ist sehr hoch. Aber uns bleibt nichts anderes übrig!"

Bei der Anlage Pullenried/Wildeppenried liegt die Unterdeckung von 2012 bis 2014 bei 56 399 Euro. Hier haben sich die Einleitungsmengen um 8,31 Prozent auf 28 246 Kubikmeter verringert. "Im Verhältnis zu den Verrechnungseinheiten ist die Unterdeckung extrem hoch. Teilweise waren die Personalkosten bzw. Sachaufwendungen sehr hoch", informierte Hösl und meinte: "Die Leute sind sparsam, was sich negativ auf die Gebühren auswirkt." Seine Vorausberechnung ergebe einen Erhöhungsbedarf von 0,74 Euro für die Einleitungsgebühren, welche damit 2,52 Euro betragen würden. Aufgrund der hohen Steigerung schlug die Verwaltung jedoch vor, ebenso wie in Oberviechtach 2,42 Euro/Kubikmeter festzusetzen und dabei zu versuchen, über die Reduzierung von Kosten eine Deckung zu erzielen. "Es ist ein Zeichen gegenüber unseren Ortschaften, dass sie nicht mehr zahlen als in Oberviechtach", sagte Bürgermeister Heinz Weigl. "Wir sollten kostendeckend abrechnen. Ich stimme nicht zu", warf Josef Biebl (SPD) ein. Die Änderungssatzung wurde mit einer Gegenstimme beschlossen. Beim Punkt Anfragen sprach Lydia Eckert (CSU) an, ob es möglich sei, dass die Grenzlandkaserne das Freibad außerhalb der Öffnungszeiten belegt. Einige Gäste hätten sich angesichts von 60 Soldaten im Becken etwas befremdlich geäußert.

"Klinken putzen"

"Unsere Region hat sich nicht gut präsentiert", bewertete Christian Schneider (CSU) die Jobbörse in der Kaserne. Er sprach die Bemühungen an, Soldaten als Arbeitnehmer zu halten. Schneider monierte, dass Bürgermeister Heinz Weigl neben dem runden Tisch keine zweite Arbeitsgruppe gewollt habe, "aber nur Bauplätze anbieten, das reicht nicht!" Schneider forderte Weigl auf, "mehr Dampf reinzutreiben". "Ich kann die Betriebe nicht verpflichten, an einer Jobbörse teilzunehmen. Alle waren eingeladen", sagte Weigl, worauf Schneider nochmals nachhakte: "Klinkenputzen ist wichtig!"
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