Stellplätze für die "gute Stube"

Dach und Seitenwände am Pavillon fehlen noch und so waren die beiden Pfarrer Dr. Harald Knobloch (von links) und Alfons Kaufmann sowie stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl auf Schirme angewiesen, ebenso wie Bürgermeister Heinz Weigl (vorne, links) und die Ehrengäste. Bilder: Portner
Lokales
Oberviechtach
20.11.2015
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Nass und wenig einladend ging es bei der Freigabe des Parkplatzes im Hütgraben zu und so verzichteten die beiden Geistlichen auf das Weihwasser und die Redner auf ihre Ansprachen. Der parkähnlich gestaltete Platz soll die Leute in die "gute Stube" der Stadt ziehen - und dahin machten sich alle möglichst schnell auf.

Dort, wo einst die Ackerbürger ihre Vorräte speicherten und später eine Schmiede stand, gibt es seit gestern rund 30 Dauerstellplätze in Altstadtnähe. Zur offiziellen Freigabe begrüßte Bürgermeister Heinz Weigl zahlreiche Ehrengäste und freute sich, das nicht nur der Staatsstraßenbau mit Querungshilfe und Bushaltestelle, sondern auch die Bauarbeiten am Parkplatz rechtzeitig vor Wintereinbruch abgeschlossen werden konnten.

Kurzer Weg zur Altstadt

Dekan und Stadtpfarrer Alfons Kaufmann nahm zusammen mit dem evangelischen Pfarrer Dr. Harald Knobloch die Segnung vor und sprach Gebete und Fürbitten. "Auch ein Parkplatz kann ein Ort der Begegnung und Verbundenheit werden", sagte Dr. Knobloch und verwies darauf, dass das ganze Leben dem besonderen Schutz des Schöpfers bedarf. "Auf Weihwasser können wir heute verzichten", meinte der Geistliche mit Blick auf den strömenden Regen. Ebenso verhielt es sich mit den Ansprachen vor Ort. Die Delegation marschierte über die Schmiedgasse zum Gasthaus Pösl am Marktplatz. Wie Bürgermeister Heinz Weigl dort erläuterte, sei mit der Querungshilfte über die Staatsstraße 2159 ein kurzer und sicherer Weg zur Innenstadt gewährleistet. "Dass dieser Parkplatz angenommen wird, hat sich bereits lange vor Beginn der Baumaßnahme gezeigt", bekräftigte Weigl. Mit der Neugestaltung des Hütgrabens habe die Stadt eine Aufwertung erfahren, da aus der einstigen Scheunen-Allee ein ansehnlicher Straßenzug geworden ist.

Das Stadtoberhaupt dankte allen, die zur Realisierung beigetragen haben, darunter Franz-Josef und Johannes Gürtler, die die ehemalige Schmiede an die Stadt veräußerten. Dank für die gute Zusammenarbeit galt Baudirektor Gottfried Weishäupl und Dipl. Ing. Eduard Gleich vom Staatlichen Bauamt, "die der Weg 2015 sehr oft nach Oberviechtach geführt hat", ebenso Baudirektorin Birgitt Niegl von der Regierung der Oberpfalz und Bauunternehmer Michael Baumer mit Bauleiter Alois Sorgenfrei. Eingeladen waren auch Behörden, Stadträte und Grundstücksnachbarn.

Sitzbänke und Bäume

Stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl gratulierte zur gelungenen, qualitätsorientierten Maßnahme, welche mit dem Ausbau der Staatsstraße nach Schönsee harmoniere und die Stadt ein Stück attraktiver mache. "Es ist wichtig, dass das Leben in der Altstadt bleibt", betonte er im Hinblick auf die Verkehrsanforderungen. Architekt Thomas Wilnhammer erinnerte, dass Städteplaner Siegi Wild schon vor 25 Jahren eine Skizze für den Entlastungsstellplatz aufgerissen habe und dankte den Bürgermeistern "die sich mit Weitblick dafür eingesetzt haben". Die Innenstadt profitiere auch durch die gestärkte Investitionsfreude.

Bei passender Witterung werden Pavillon und Bushaltestelle noch heuer regensicher geschlossen. Sitzbänke und viele Bäume werten den Platz optisch auf, wobei letztere im Sommer dafür sorgen, dass sich die Autos nicht zu sehr aufheizen. Für E-Bikes wird eine Aufladestation vorgehalten. Von der geplanten Anbindung zum Bayerisch-böhmischen Freundschaftsweg verspricht sich der Bürgermeister viel. "Wir haben einige Hunderttausend Euro mit einiger Förderung investiert", sagte Weigl, der jedoch nicht näher auf die Finanzierung einging.
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