Techniker auf sozialer Schiene

Lokales
Oberviechtach
17.11.2015
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Mir hat es viel gebracht und ich bin froh, dass ich diesen Weg gegangen bin. Das waren die Schlussworte von Manfred Beer, der auf Einladung der Kolpingfamilie über die Begleitung von Menschen in ihrer letzten Lebensphase berichtete.

KF-Vorsitzender Michael Herzog freute sich über die vielen Interessierten, die sich zum Vortragsabend im Pfarrheim eingefunden hatten. Manfred Beer (75) ist seit 14 Jahren ehrenamtlich beim Hospizverein Regensburg tätig. Wie er betonte, aber seit der Beendigung seiner Tätigkeit als Festspielleiter dafür auch mehr Freiraum.

Nachtwache und Werbung

Beer arbeitet auch im Vorstand des 700 Mitglieder zählenden Hospizvereins mit und ist derzeit schwerpunktmäßig in der Organisation und Öffentlichkeitsarbeit, unter anderem mit Vorträgen an Schulen, tätig. Dennoch steht er aber auch als Hospizbegleiter für Nachtwachen zur Verfügung, da hier laufend viele Anforderungen bestünden. Die durchschnittliche Verweildauer liege bei 16 Tagen. Beer ging unter anderem auf die Themenbereiche der 130 Ausbildungsstunden mit anschließendem Praktikum ein. Als er diese im Jahr 2000 absolvierte war er der 27. Sterbebegleiter; aktuell stehen im Verein 70 zur Verfügung. Bei der stationären Hospiz werden 90 Prozent der Kosten von den Krankenkassen übernommen. Bedingt durch die alternde Gesellschaft würde er sich von der Politik generell eine stärkere Förderung auf diesem Gebiet erhoffen.

Als Hospizbegleiter - ob stationär oder in der Wohnung - werde man oft zum Mediator zwischen Kranken und Angehörigen. "Ich habe gemerkt, wenn es ans Lebensende geht, kommen spirituelle Gedanken. Die Patienten fragen sich, was danach kommt - egal welche Religion auch immer sie haben", sagte Beer. Vielfach stelle er fest, dass spirituell-religiöse Menschen "das was auf sie zukommt, eher ertragen als andere".

180 Grad gedreht

Zu seiner Person stellte Manfred Beer fest: "Ich war im Beruf 40 Jahre auf technischem Gebiet tätig und habe mich um 180 Grad auf die soziale Schiene gedreht." Mit der katholischen Kirche gehe er nicht konform. Der Referent berichtete über viele Einzelfälle aus seiner langjährigen Tätigkeit und hatte dabei aufmerksame Zuhörer im Pfarrheim. Detailliert ging er auf alle an ihn gestellten Fragen ein.

Hohe Auszeichnung

Manfred Beer wurde im Februar 2014 für seine Verdienste durch Staatsministerin Melanie Huml mit dem "Weißen Engel" ausgezeichnet. Diese Auszeichnung wird an beispielgebende Personen verliehen, die sich langjährig und regelmäßig im Gesundheits- oder Pflegebereich ehrenamtlich engagiert haben.
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