Tickets für Besuche am Patientenbett

Da Oberleutnant Thomas Zimmermann (vorne links) wegen einer Versetzung aus dem Gremium ausscheidet, übergab er sein Amt an das vom Beirat neu gewählte Mitglied, den stellvertretenden Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Henry Kunze (vorne rechts). Bild: frd
Lokales
Oberviechtach
17.08.2015
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Die "Pflicht zur Kameradschaft" ist zwar im Soldatengesetzes festgeschrieben, doch es gibt Fälle, wo sie weit über die rechtliche Regelung hinaus geht, unbürokratisch und schnell. Die Franz-Jobst-Hilfe ist so ein Instrument, gerade erst war sie wieder gefragt.

Dass die Oberviechtacher Soldaten ihren unverschuldet in Not geratenen Kameraden und deren Angehörigen schnell und unbürokratisch helfen können, ist der Franz-Jobst-Hilfe (FJH) zu verdanken. Sie ist längst als Markenzeichen der Kameradschaft weit über den Standort Oberviechtach hinaus, bekannt geworden.

Die Gründung der FJH geht auf den 23. Dezember 1996 zurück. An diesem Tag ist der Personaloffizier des Oberviechtacher Bataillons, Oberleutnant Franz Jobst aus Fischbach, tödlich verunglückt. Seine Kameraden waren mit der Tragik dieses Todesfalls für die Familie des Soldaten konfrontiert.

Dieser Unfall war Auslöser für die Gründung der Franz-Jobst-Hilfe. Der damalige Bataillonskommandeur Oberstleutnant Klaus Bils, Soldaten aller Dienstgrade, einige Zivilbedienstete der damaligen Standortverwaltung und Freunden der Soldaten aus der Zivilbevölkerung machten sich für die Organisation stark.

Wie sinn- und wirkungsvoll diese schnelle Kameradenhilfe in Einsatzzeiten geworden ist, musste gerade in den vergangenen Jahren viele Betroffene feststellen. Den in Not geratenen Soldaten oder ihren Familienangehörigen konnte schnell und unbürokratisch, meist durch finanzielle, ideelle Unterstützung oder Beratung geholfen werden.

In jüngerer Zeit war das Hilfsangebot gefragt, als zwei Soldaten, ein Stabsgefreiter und ein Stabsunteroffizier des Oberviechtacher Bataillons, unterwegs mit einem Dienstfahrzeug auf dem Autobahnkreuz Nürnberg Ost bei einem Auffahrunfall schwerverletzt wurden. Während einer der Soldaten inzwischen wieder auf dem besten Weg zur Gesundung ist, liegt der andere noch im Koma. Die Dauer seines Aufenthalts in der Klinik ist noch nicht abzusehen. Seine Angehörigen hat nun die Franz-Jobst-Hilfe mit einer größeren Summe unterstützt. Über Benzingutscheine und Bahnfahrkarten ermöglicht es die Organisation, dass die Angehörigen, den Patienten wenigstens regelmäßig besuchen können.

Die Initiative zu dieser Unterstützung ging von dem Vorsitzenden der Franz-Jobst-Hilfe, Bataillonskommandeur Oberstleutnant Mario Brux, aus. Sie wurde nun nachträglich vom Vereinsausschuss bei einer Sitzung im Offiziersheim der Grenzlandkaserne abgesegnet, da sie ganz im Sinne der Vereinssatzung getätigt worden ist.

Der Schatzmeister der FJH, Oberstabsfeldwebel a.D. Hermann Stollner legte bei dieser Gelegenheit gleich eine Kassenbilanz vor. Sie zeigte, dass der Verein für solche Fälle gut gerüstet ist und falls erforderlich auch in diesem Fall weiter helfen wird. Da Oberleutnant Thomas Zimmermann bedingt durch eine Versetzung als Beiratsmitglied aus der FJH ausscheidet,wurde der stellvertretende Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Henry Kunze, per Abstimmung einstimmig zum Nachfolger in das Gremium berufen.
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