Übersetzte Einträge geben Rückschlüsse auf Besitzverhältnisse im 17. Jahrhundert
Zinsen und ein Fastnachtshuhn

Lokales
Oberviechtach
24.09.2014
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Zweite Bürgermeisterin Christa Zapf bedankte sich bei Max Zinnbauer für dessen wertvolle Arbeit zur Hebung von Archivalien für die Erforschung der Stadtgeschichte. Sie machte schon ein wenig neugierig auf den nächsten Band, der bereits druckfertig gemacht ist.

Einige Beispiele von Einträgen in den Zins- und Steuerbüchern, übersetzt in die Gegenwartssprache: Drei Schilling und fünfzehn Pfennig zinst der Markt für die "Huettweidt" in der Flur "Schwarzenhorn". Sie liegt oberhalb des kleinen "Schieberweihers". Siebeneinhalb Pfennig zinsen Endres Stockhers Erben für ein kleines Häusel, wo vorher ein "Hofrädl" gewesen ist, welches zur Pfarrei im Markt gehört.

Jakob Reimer zinst einen Schilling und zwölf Pfennig für fünfeinhalb Tagwerk Felder in der Flur Geisruck, an die Creutzstraß grenzend, drei Tagwerk davon ist guter Grund, dabei befindet sich ein kleines ödes Behälterlein. Hannß Hufnagls Erben zinsen einen Schilling für ein Tagwerk Acker (in der Hanau), der an den Acker von Martin Hofmann grenzt. Dieser ist von Beruf Weißgerber.

Hannß Meindl, Gastwirt, zinst einen Gulden, einen Schilling und drei Pfennig zur Sankt Nikolai-Kirche im Schloss (Haus Murach) für eine Tafern (Gasthaus) am Berg Murach. Thomas Schmidts Gut ist vom Zins befreit. Er hat wie Tafernwirt Hannß Meindl die Verpflichtung, für den Dienstherrn (Pflegebeamten) in Obermurach ein Pferd (vor)zuhalten.

Georg Roth zinst für einen Hof zum Pflegamt Obermurach und gibt ein Fastnachtshuhn, einen Napf Futterhafer und fünfzehn Kreuzer Holzgeld. Ottl zinst zwei Schilling und zwölf Pfennig für das "Hoffveldt" und fünfzehn Pfennig (für die) Weihnachtssemmel und gibt ein Huhn und dreißig Eier.
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