Um Heimat verdient gemacht

Mit Fritz Schießl ist ein Stück Oberviechtach gegangen. Eine große Trauergemeinde und zahlreiche Fahnenabordnungen begleiteten den Ehrenbürger der Stadt und Träger des Bundesverdienstkreuzes auf seinem letzten Weg. Bild: frd
Lokales
Oberviechtach
04.03.2015
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Eine große Trauergemeinde begleitete den Ehrenbürger der Stadt Oberviechtach, Fritz Schießl, auf seinem letzten Weg. Viele hatten gut eine Woche zuvor mit ihm noch seinen 90. Geburtstag gefeiert. Fritz Schießl hat viele Spuren hinterlassen, die immer wieder an ihn erinnern werden.

Stadtpfarrer Alfons Kaufmann stellte in seiner Predigt einen Zusammenhang zwischen den Worten des Evangeliums "In allem ist Dein unvergesslicher Geist" mit dem Verstorbenen her. Denn auch in seinem Leben und seinem Tun sei immer der unvergessliche Geist Gottes zu spüren gewesen.

Familie im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt seines Lebens, so der Priester, sei seit der Heirat mit Gattin Rosa im Jahr 1961 immer die Familie gestanden; das Leben mit ihr habe ihn mit großer Freude erfüllt. Bürgermeister Heinz Weigl betonte in seiner Rede, dass Oberviechtach mit großer Trauer Abschied von einem heimatverbundenen und verdienten Bürger nehme, von einem Bürger, dessen Name mit der Geschichte der Stadt verbunden ist und auch immer bleiben wird. Fritz Schießl sei ein Mensch gewesen, der sich um seine Heimat und seine Mitbürger in hohem Maße verdient gemacht hat.

Am 21. Februar feierte der Verstorbene im Kreise seiner Familie, mit Freunden und Vereinsvertretungen noch seinen 90. Geburtstag und niemand konnte ahnen, dass dies sein letzter Geburtstag sein wird. In dieser Stunde, so Weigl, gelte es von einem ehemaligen Stadtratskollegen Abschied zu nehmen, der dem Gremium von 1978 bis 1996 angehörte, von 1984 bis 1990 als Vorsitzender der CSU/CWG-Stadtratsfraktion fungierte und stets auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit bedacht war.

Durch seine Kollegialität und sein großes persönliches Engagement erwarb er sich hohe Anerkennung und Wertschätzung. Sein Mitwirken und sein Rat waren in zahlreichen Gremien und Institutionen geschätzt. Aufgrund seiner großen Verdienste um die Stadt Oberviechtach wurden ihm der Ehrenteller (1985), die silberne Bürgermedaille (1990) und die goldene Bürgermedaille (2002) zuerkannt. Im Jahr 2004 wurde ihm auch die Ehrenbürgerwürde verliehen. Von 1988 bis 2010 war Fritz Schießl ehrenamtlicher Stadtarchivar und widmete der Archivpflege viel Freizeit, in der er wertvolle Arbeit für die nachfolgenden Generationen leistete. Das Amt des Kreisarchivpflegers übte er von 1988 bis 2004 aus.

Von höchster Stelle

Von 2001 bis 2008 fungierte der Verstorbene als Vorsitzender des Seniorenbeirates; Fritz Schießl ist zudem Träger des Verdienstkreuzes am Bande der Bundesrepublik Deutschland. Damit wurde sein jahrzehntelanger vorbildlicher Einsatz für die Heimatstadt von höchster Stelle gewürdigt.

Über seine kommunalpolitischen Leistungen hinaus hat sich Fritz Schießl in vielen Vereinen, Einrichtungen und Organisationen verdient gemacht. Da war es klar, dass den Verstorbenen viele Abordnungen von Vereinen und Institutionen auch auf seinem letzten Weg begleiten. Die Redner der Krieger- und Soldatenkameradschaft, vom CSU-Ortsverband, von der Agentur für Arbeit in Schwandorf, von der Marianischen Männerkongregation, der Feuerwehr Oberviechtach, von der Stadtkapelle und vom Pferdesportverein - in einigen Vereinen war Fritz Schießl Gründungs- und Ehrenmitglied - zeichneten ein Bild von einem beliebten und zuverlässigen Menschen.

Er hatte sich mit seiner ganzen Kraft in seinen Beruf und in die Vereine eingebracht und damit deren Geschichte maßgeblich mitgeprägt. Alle Redner fanden für den Verstorbenen warmherzige Dankesworte und sprachen der Familie Schießl ihre Anteilnahme aus.
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