Verein wagt Hilfslieferung in Region Rivne - Team erschüttert
Ukrainehilfe nötiger denn je

Der Lastwagen mit der Hilfslieferung wurde schon erwartet. Beim Entladen mangelte es nicht an Helfern, die mit anpacken wollten. Bild: frd
Lokales
Oberviechtach
09.12.2014
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Trotz der unsicheren Lage in der Ukraine hat der Verein "Humanitäre Hilfe für die Ukraine aus Bayern" eine Hilfslieferung in die Region Rivne gewagt. Das fünfköpfige Team war erschüttert.

Nicht nur mit einer Erkältung, sondern auch mit einer seelischen Last kam der Vorsitzende des Vereins "Humanitäre Hilfe für die Ukraine aus Bayern", Anton Grauvogl, mit seinem fünfköpfigen Team aus der Ukraine zurück. Denn was sie da an Leid und Not gesehen hatten, machte ihnen klar, dass diese Hilfe nötiger denn je ist.

Acht Tonnen Hilfsgüter konnten sie dank der großen Hilfsbereitschaft der Bevölkerung auf ihre Tour nach Osteuropa mitnehmen. Die Helfer zählten dabei vor allem auf eine Lieferung elektrischer Rollstühle aus Mantel. Die Praxis Dr. Feldmeier hatte den Transport dazu mit vielen Medikamenten bestückt.

Nur davon geträumt

Zu den Empfängern in der Ukraine zählten eine Sozialstation, das Zentralkrankenhaus und ein Kinderheim, wo die Hilfsgüter dankbar angenommen und an die Bedürftigen weitergeleitet wurden. Zwei elektrische Rollstühle konnte das Zentralkrankenhaus direkt an ein nahes Militärkrankenhaus weitergeben. Dort warteten bereits zwei Invaliden darauf, die durch die Auseinandersetzungen in der Ukraine ihre Beine verloren hatten. Gerade recht zum nahen Weihnachtsfest kamen für die Kinder das Spielzeug, die Fahrräder und viele andere Spielgeräte wie ein Kickerkasten oder Tischtennisplatten und Süßigkeiten, von denen sie bisher nur geträumt hatten. Direkte Hilfe erfuhr eine Frau mit drei Kindern, deren Mann im Krieg schwer verletzt worden ist. Sie konnte mit Bekleidung für sich und ihre Kinder und ein wenig Bargeld unterstützt werden.

Über 600 Kriegsverletzte befinden sich bereits in der Region Rivne. Viele Familien sind ohne Hab und Gut in diese noch relativ ruhige Region geflüchtet, um wenigstens ihr Leben zu retten. Da ist Hilfe an allen Ecken und Enden notwendig, haben die Besucher aus dem Altlandkreis Oberviechtach festgestellt.

Einreise problemlos

An den Grenzen gab es diesmal bei der Einreise, außer der obligatorischen Wartezeit, weniger Probleme. Die Freude war groß, als das Hilfsteam ankam und von Freunden empfangen wurde. Groß war auch die Gastfreundschaft: In der Ukraine ist es eine Selbstverständlichkeit, dass man mit Freunden teilt.

Die Helfer statteten auch dem deutschen Soldatenfriedhof in Broniki einen Besuch ab und legten dort ein Blumengebinde nieder. Auch das ist inzwischen Teil des Hilfstransports. Der Verein "Humanitäre Hilfe für die Ukraine aus Bayern" hat sich für Sommer 2015 eine weitere Fahrt vorgenommen. Allerdings fehlt eine leere Lagerhalle, in der die Hilfsgüter gesammelt werden können.
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