Vergangenheit neu erfahren

Im Hof der Marktmühle fand am Sonntag wieder die Museums-Kirwa statt. Viele Gäste genossen das schöne Wetter, die kulinarischen Spezialitäten und die musikalische Unterhaltung. Bild: mhö
Lokales
Oberviechtach
15.09.2015
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Das Müllerhandwerk war früher weit verbreitet, heute gerät es mehr und mehr in Vergessenheit. In Oberviechtach wurde der alten Mühle mit dem Stadtmuseum eine neue Bedeutung zugeführt. Zum Denkmaltag fand dort auch die Museums-Kirwa statt.

Das Mühlrad dreht sich leise im Hintergrund - als einziges Überbleibsel aus längst vergangenen Tagen. Dort, wo sich früher die Mühle befand, steht heute das Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum. Den Leitspruch "Vergangene Lebenswelten bewahren und Altes neu erfahrbar machen", schreibt es sich auf die Fahnen und setzt ihn mit Hilfe modernster Medien und interaktiver Lernmöglichkeiten in die Tat um.

Sechs Themenblöcke

Den "Tag des offenen Denkmals" unter dem diesjährigen Motto "Handwerk, Industrie, Technik" nutzten viele kleine und große Besucher, um sich über die Vergangenheit schlau zu machen. In der ehemaligen Mühle präsentieren sich hinter der modernen Fassade auf drei Etagen sechs verschiedene Themenblöcke, die die Geschichte der Stadt und seines wohl berühmtesten Bürgers wiedergeben. Los geht es mit einem Element, das vor allem in der Umgebung von Oberviechtach, im Murachtal, bekannt ist. Seit dem Mittelalter wurde dort viel Gold aus dem Bergbau befördert, alles rund um das wertvolle Element kann man im Museum lernen. Eine eigene Abteilung hat auch Doktor Johann Andreas Eisenbarth aus dem 17. Jahrhundert, um den sich zahlreiche Geschichten ranken.

Besonderes Handwerk

Weiter geht es mit einem besonderen Handwerk: die Hinterglasmalerei der Winklarner Schule. Hier werden vor allem religiöse Motive abgebildet. Die Geschichte der Stadt und der nahe gelegenen Burg "Haus Murach" dürfen im Museum ebenso wenig fehlen, wie ein Einblick ins Leben von Dr. Max Schwarz und seiner Frau Margret. Das Ehepaar ermöglichte der Stadt die Errichtung des Museums, ihre Stiftung wird auch weiterhin für soziale Zwecke zum Wohl der Bürger eingesetzt. Die Räumlichkeiten direkt unter dem Dach bieten die Möglichkeit, alte Handwerke und Oberviechtacher Hausnamen anschaulich kennenzulernen.

Nachdem die Besucher das Museum auf eigene Faust erkundet hatten, gingen sie vom kulturellen zum gemütlichen Teil über. Auf dem Vorplatz findet anlässlich des Denkmaltags auch immer die Museums-Kirwa statt. Bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein war hier einiges geboten: Neben herzhaften Schmankerln wie Gegrilltem, Flammkuchen und dem "Eisenbarth-Topf", war auch die Tafel für Kaffee und Kuchen reich gedeckt. Für die musikalische Unterhaltung sorgten die Musiker der "Blescher Blosn" aus Oberviechtach und dem Umland.

Hausgemachte Produkte

Die Imkerei Grauvogl erzählte von ihrem Handwerk und hielt allerlei hausgemachte Produkte bereit, ebenso der Informationsstand der Eckl-Mühle. Zudem gab es selbst gemachte Marmeladen, Gelees und Liköre und das berühmte Eisenbarth-Elixier zum mit nach Hause nehmen. Als besondere Attraktion zeigte Ludwig Berger nicht nur den interessierten Kindern, wie das Goldwaschen funktioniert (wir berichteten).
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