Viele grandiose Inszenierungen

Wortwitz und verhaltende Situationskomik - wie hier in der Krankenhausszene - prägten die Inszenierung der Gesellschaftskomödie "Dr. Prätorius" mit ihrem überraschenden Ausklang.
Lokales
Oberviechtach
04.10.2014
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Regisseur Wolfgang Pöhlmann nimmt nach 35 Jahren Abschied von einem bewegten Theaterleben. Bei der Aufführung von "Dr. Prätorius" gab es nicht nur ein volles Haus, sondern auch Dankesworte. Seine Karriere startete er 1979 mit Brechts "Der Spitzel".

Mit der Aufführung im Pfarrheim hat sich Wolfgang Pöhlmann als Regisseur aus dem Oberviechtacher Theaterleben verabschiedet. Seit 1979 prägte er 35 Jahre lang Inszenierungen ganz unterschiedlicher Art. Zuerst nur im Rahmen des Schulspiels am Ortenburg-Gymnasium, dann mit der Gründung des "Ortenburg-Ensembles" in der Schulregion und schließlich innerhalb der neu gegründeten Theatergruppe "Ovigo" auf Landkreisebene und darüber hinaus. Viele ehemalige Schüler, die bereits in ihrer Schulzeit ihre Rollen hervorragend ausgefüllt hatten, blieben der OGO-Schulbühne und ihrem Regisseur treu, so dass unter dem Namen "Ortenburg-Ensemble" beeindruckende Aufführungen durch Schüler und Ehemalige des Gymnasiums zustande kamen.

Landrat begeistert

Neben Oberviechtach wurde auch Neunburg vorm Wald, das zur Schulregion gehört, als Darbietungsort einbezogen. Der Schlosshof und jüngst auch die Schwarzachtalhalle erlebten grandiose Inszenierungen von Wolfgang Pöhlmann. Das Gesellschaftsstück "Dr. med. Hiob Prätorius - Facharzt für Chirurgie und Frauenleiden" bildete nach Pöhlmanns eigenen Worten die Abschluss-Inszenierung, die ein voller Erfolg wurde: "Ausverkauftes Haus, tadellose schauspielerische Leistung und ein Publikum, das begeistert mitging, besser hätte ich mir's gar nicht wünschen können!" So resümiert Pöhlmann die Vorstellung vom Sonntag, nachdem das Stück eine Woche zuvor in Neunburg seine Premiere erlebt hatte. Die Oberviechtacher Aufführung ließ sich auch Landrat Thomas Ebeling nicht entgehen, der so begeistert war, wie die meisten der rund 170 Besucher.

Die zurückliegenden Aufführungen von "Ovigo" entsprachen der Kategorie Gesellschaftsstück, weg von den Klassikern der achtziger und neunziger Jahre wie die Physiker, Jedermann, Antigone oder Faust. Darauf ging auch Studiendirektor Ulrich Wohlgemuth ein, als er nach der Vorstellung Pöhlmann für seinen jahrzehntelangen Einsatz für das OGO-Schulspiel und das Oberviechtacher Theaterleben dankte.

Wohlgemuth blendete zurück auf das Jahr 1979, als Pöhlmann mit der Brecht-Szene "Der Spitzel" seine Schulspielkarriere begann. Neben den bereits genannten Klassikern brachte er weitere große Werke auf die Bühne. Die Dreigroschenoper von 1992 machte eine einjährige Probenarbeit mit Orchester und Ensemble erforderlich. Das absurde Theaterstück "Die Ballade vom großen Makabren" oder Oscar Wildes gesellschaftskritische Komödie "Bunbury" reihen sich in Pöhlmanns große Inszenierungen ein, bei denen er immer Schüler und Ehemalige zu einer hochmotivierten Theatertruppe zusammenführte.

Viele Stammspieler

Michael Eckl, Ulrich Wabra, Klaus Zirkelbach, Anja Killermann, Regina Wutz, Heino Hübbers und Florian Waldherr zählen zum Stamm der langjährig Mitwirkenden, die in den zurückliegenden dreißig Jahren immer wieder zum Einsatz kamen. Nicht vergessen darf man das Doktor-Eisenbarth-Festspiel, für das Pöhlmann bereits 2000 die Weichen stellte, um es dann in den ersten Jahren als Regisseur zu betreuen.

Zwischenzeitlich ist die Theatergruppe "Ovigo" als Nachfolgerin des Ortenburg-Ensembles zu einer gefestigten Institution geworden. Florian Wein und Julia Ruhland, die beide auch in der jetzigen Inszenierung ihre Hauptrollen mit Bravour meisterten, werden nach Wolfgang Pöhlmann "Ovigo" leiten und zum dynamischen Theaterleben in Oberviechtach beitragen.
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