Vom Strafbefehl bleibt nur Nötigung übrig

Lokales
Oberviechtach
19.02.2015
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Bei einer Gerichtsverhandlung vor dem Amtsgericht Schwandorf, Zweigstelle Oberviechtach, ging es um nächtlichen Lärm in einem Wohnblock in der Eisenbarth-Siedlung. Ein Vater und seine beiden Kinder konnten nicht schlafen, da der Nachbar und dessen Besuch um die Mitternachtsstunde so laut waren, dass die Familie wiederholt wach wurde.

Dies passierte im Juli und im Oktober 2014 gleich zwei Mal, was den Vater in Rage brachte und weshalb er seine Mitbewohner im Haus zur Rede stellte. Hatte dieser, der nun als Angeklagter vor Gericht stand, seine Nachbarn im Juli "nur" mit "aussagekräftigen Beschimpfungen" beleidigt, so hatte er beim Vorfall im Oktober die Polizei gerufen. Danach soll er laut Aussagen der Zeugen einer Besucherin, die das Haus verlassen wollte, mit ausgebreiteten Armen in der Haustüre stehend, das Verlassen des Wohnblocks verwehrt haben. Wegen beider Vorfälle hatte er einen Strafbefehl wegen Beleidigung und Nötigung in Höhe von 450 Euro erhalten. Weil er dagegen Widerspruch einlegte, kam es zur Gerichtsverhandlung. Mit wortreichen Einlassungen in englischer Sprache, von einer Dolmetscherin übersetzt, schilderte der Angeklagte die Situation aus seiner Sicht und beteuerte, dass er den Ausgang nicht versperrt und keinen körperlichen Kontakt zu der Besucherin seines Nachbarn gehabt habe. Als einer der Zeugen die Anzeige wegen Beleidigung zurücknahm, da er seinerseits nicht mit "Worten" gespart hatte, stand nur noch die Anklage wegen Nötigung im Raum.

Die nicht rosige finanzielle und die nicht gerade gutnachbarliche Situation im Haus berücksichtigend, boten Richter Christian Dirmeier und die Vertreterin der Staatsanwaltschaft dem Angeklagten eine Einstellung des Verfahrens mit einer Geldauflage von 250 Euro an. Dieser zeigte sich damit einverstanden.
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