"Wasserratten" in Winterruhe

Vier Monate lang waren Bademeister Reinhard Klein (links) und sein Vertreter Ludwig Fleischmann am Beckenrand gefordert. Nun sind der Trubel und die heißen Tage "auf der Bank" vorbei. Bild: Portner
Lokales
Oberviechtach
10.09.2015
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Der Rekordsommer hat auch dem Oberviechtacher Freibad sehr hohe Besucherzahlen beschert: 24 335 Badegäste nutzen die Anlage, um sich abzukühlen. Seit Dienstag lärmt nur noch die Kettensäge, denn jetzt ist "Einwintern" angesagt. Reinhard Klein blickt auf seine 21. Saison zurück.

Am Montag öffnete das Freibad zum letzten Mal in dieser Saison seine Pforten - zum Schlechtwetter-Badetag. Zwei Tage später stapeln sich die leeren Mülltonnen vor den Duschen: Bademeister Reinhard Klein und sein Team sind beim Aufräumen und schneiden auch die Hecken zurück.

120 Badetage

"Schon in der Vorwoche waren die Besucherzahlen trotz gutem Wetter im Keller", berichtet Klein. Er stellt den Vergleich zum Saisonende am Skilift her: "Auch wenn es im April noch Schnee hat, will fast niemand mehr zum Skifahren in die Berge." Die Leute seien heuer vielleicht auch einfach nur "gesättigt", denn der Rekordsommer spülte die Wasserratten förmlich ins Becken. "Wir hatten heuer 24 335 Gäste an 120 Badetagen", berichtet Reinhard Klein stolz und merkt an: "Eine wirklich gute Saison!" Im Vorjahr - 2014 war eines der schlechtesten Jahre überhaupt - frequentierten nur etwa 15 000 Personen den Kassenbereich. Der Bademeister führt die Statistik, mit Start am 11. Mai, sehr detailliert. Der 22. Juli sticht als "Spitzentag" mit 866 Besuchern heraus. "Bombig war auch die erste Juliwoche mit täglich 700 bis 850 Badegästen und eine relativ gute Phase folgte dann noch in den ersten zwei Augustwochen", informiert der Bademeister. Mit 9644 Gästen setzte sich der Juli bei der Monatsübersicht an die Spitze.

Bei sengender Hitze pendelte sich die Wassertemperatur auf 28 bis 29 Grad ein. "Das war wie Cappuccino im Becken", sagt Ludwig Fleischmann, der neben Franz Herdegen die Vertretung bei der Aufsicht übernahm. Ungewöhnlich lange blieb dieses Jahr die Beckenheizung ausgeschaltet; es musste sogar mit Frischwasser abgekühlt werden.

An den heißen Tagen mit Sonnenschein pur spielte das Oberviechtacher Freibad seinen Joker aus: Die riesige Liegewiese mit ihren schattenspendenden Bäumen. "Auch an Spitzentagen gab es Platz mehr als genug!", sagt Klein. Während in anderen Bädern nur noch ein kleines Handtuch ausgebreitet werden konnte, durften die Gäste im "H2Ovi" sogar Federball- oder Fußballspielen. Eigens wegen dem Beach-Handballfeld kamen sogar Gruppen aus den Nachbarstädten. Während sich die Besucher im Wasser erfrischten, blieb der Bademeister soweit möglich "permanent unterm Sonnenschirm". Die Hitze bescherte auch dem neuen Rasenmähertraktor einige Wochen Pause. "Der alte, gefestigte Rasen wird nicht kaputt", sagt Reinhard Klein beim Blick auf die immer kleiner werdenden braunen Stellen. Im August habe es hier nur geraschelt, doch mit dem ersten Regen erholt sich die Wiese langsam wieder.

In der Statistik 2015 finden sich nur 35 Schlechtwetter-Badetage mit eingeschränkter Öffnungszeit. Und noch eine positive Meldung hat Klein parat, die eher selten ist: "Wir mussten heuer keinen Rettungswagen anfordern!" Bei den 80 kleineren Blessuren und Bienenstichen reichte meist ein Pflaster vom Bademeister oder der Wasserwacht. Übrigens: Die BRK-Wasserwacht-Ortsgruppe leistete im Freibad 486 ehrenamtliche Stunden, davon erbrachte alleine Bernd Wetzel 291 Stunden.

Noch Wünsche

Während die Gäste heuer mit dem Wetter sehr zufrieden waren, haben sie aber einige Wünsche in punkto Ausstattung - besonders was den Kleinkinderbereich, die Duschen und den Kiosk angeht. Bei der Haushaltsberatung im Mai hatte der Stadtrat dies auch diskutiert. "Wir sanieren das Freibad und es ist auch dringlich, aber jetzt haben wir die Mittel nicht", sagte Bürgermeister Heinz Weigl. Er wolle sich im Herbst Gedanken machen, einen Planer suchen und in 2016 Geld einstellen.
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