Wenn die Pfütze üppig glitzert

Dem Goldfieber konnten sich auch die Erwachsenen nicht entziehen.
Lokales
Oberviechtach
08.08.2015
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Funkelt da wertloses Katzengold oder vielleicht doch ein echtes Flinserl? 150 große und kleine Goldschürfer aus der ganzen Diözese Regensburg geben so schnell nicht auf.

Die Eisenbarth-Stadt werden diese 150 Erwachsenen und Kinder so schnell nicht vergessen. Beim Diözesan-Familientag der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) hat sie das Goldfieber gepackt. Die Idee zum Goldschürfen kam vom Sachausschuss "Familienleben". Bei sommerlichen Temperaturen wollten sich das viele Familien nicht entgehen lassen.

Diözesansekretärin Christa Mösbauer empfing die Teilnehmer vor dem Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum, dann übernahm Museumsführer und Kreisheimatpfleger Ludwig Berger das Goldsucher-Team. In der Gold-Abteilung des Museums konnte sich die Truppe schon mal die Theorie aneignen und die Geschichte des Goldabbaus in Oberviechtach kennenlernen. Eine Besonderheit bildete die Besichtigung des originalgetreuen Nachbaus eines mittelalterlichen Bergbaustollens. Und vor dem Museum war ein Pochwerk zu bestaunen. Die Museumsführer erklärten die Funktion dieser mittelalterlichen Maschine, welche damals zur groben Zerkleinerung des abgebauten Erzes diente.

Mit Werkzeug versorgt

Wer anschließend mit dem Auto immer den Wegweisern "Goldlehrpfad" folgte, kam zum Parkplatz der Infostelle in der Langau. Nach einem kurzen Blick auf die Erläuterungen der Schautafeln wurde das Goldwäscher-Werkzeug ausgehändigt, und alle gingen zu Fuß weiter über idyllisch gelegene Wanderwege zum sogenannten Forellenbach, der sich mitten durch den schattigen Wald schlängelt. Geschwind tauschten die Goldsucher Wanderschuhe gegen Gummistiefel, und vor allem die kleinen Goldgräber konnten es kaum erwarten, den ersten Klumpen auszusieben.

Ludwig Berger und Erhard Wagner hatten alle Hände voll zu tun, um den aufgeregten Goldwäschern die Technik mittels einer rillenbestückten Goldwaschpfanne zu erklären. Ein Gefühl von Romantik und Abenteuer lag in der Luft, und in so mancher Pfanne glitzerte es üppig. Da und dort zeigte sich neben dem Katzengold nach einiger Zeit doch tatsächlich ein erstes Goldflinserl. Dieses kleine Goldkörnchen und einige mehr durften die Schürfer in kleinen Glasphiolen mit nach Hause nehmen.

Zumindest ein Diplom

Das "Original Oberviechtacher Goldwäscherdiplom", das schließlich alle Kinder erhielten, erinnert bestimmt alle noch lange an dieses spannende Erlebnis. Hungern musste auch niemand, denn die KAB-Mitarbeiter unter Leitung von Christine Sollfrank, der Vorsitzenden des KAB-Sachausschusses "Familienleben", sorgten für Selbstgebackenes und Getränke. Die aufgestellten Tische und Bänke luden zur Rast ein. Wer vom Goldwaschen genug hatte, konnte mit der Kräuterpädagogin Monika Ermer durch eine umliegende Magerwiese wandern und viel Wissenswertes über Unkraut erfahren. Eine eindrucksvolle Andacht vor der kleinen Hauskapelle bei der Neumühle mit Diakon Berthold Schwarzer und die Besichtigung des Weltrekordbierkrugs in der Hammerschänke bildeten den Abschluss dieses ereignisreichen Nachmittags.
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