Wohnen an der alten Weberei

Von den Hallen und Wohnhäusern sind nur noch ein paar Schutthaufen übrig geblieben, die ebenfalls bald verschwunden sein werden.
Lokales
Oberviechtach
11.04.2015
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Industriebrache war einmal: von der ehemaligen Webwaren- und Textilfabrik Müller künden nur noch ein paar Steinhaufen und auch die werden bald verschwunden sein. Wohnen im Grünen lautet die Zukunft - und an der kann man noch mitgestalten.

Lange, triste Fabrikhallen, die schon lange keine Funktion mehr hatten, "begrüßten" über Jahrzehnte hinweg die Besucher, die aus Richtung Niedermurach oder von der B 22 her nach Oberviechtach kamen. Dieses Bild hat sich seit etwa einem Jahr total verändert. Die Hallen und dahinter stehende Wohnhäuser sind dem Erdboden gleich gemacht und bis zum Monatsende sollen auch die noch verbliebenen Reste verschwunden sein.

12 000 Quadratmeter

Schon jetzt lässt sich trotz Geröll und Bauzaun erahnen, welche neuen Dimensionen sich hier auftun: 12 000 Quadratmeter ebene Fläche, die nach neuer Nutzung verlangen. Die ist aus Sicht der Stadt auch schon gefunden. Auf dem ehemaligen Müller-Gelände soll ein allgemeines Wohngebiet entstehen. Rund 8 000 Quadratmeter stehen für Wohnbebauung zur Verfügung, der Rest wird benötigt für Erschließung, Grünflächen und die Eingrünung mit einem Wall zur Staatsstraße hin. Wenn Bürgermeister Heinz Weigl daran denkt, kommt er jetzt schon ins Schwärmen.

Er spricht von einer "tollen Lage" und verweist auf kurze Fußwege zu den Einkaufspassagen, zu den Schulen und zum Kindergarten. Offenbar ist der Bürgermeister nicht der einzige "Schwärmer". "Es gibt jetzt schon Nachfragen nach Häusern und Grundstücken", freut sich das Stadtoberhaupt. Und er wünscht sich, dass sich weitere Bauwillige bei der Stadt melden - am besten beim Bürgermeister selber, denn dieses Thema ist für ihn Chefsache. "Jetzt können wir das Gebiet noch nach dem Bedarf gestalten und deshalb sollen Bauwillige ihre Vorstellungen und Ideen einbringen", appelliert Weigl. Nach seinen Vorstellungen soll es ein Wohngebiet für jung und alt werden, in dem Einzelhäuser und Doppelhaushälften genauso zu finden sind wie Miet- und Eigentumswohnungen. Am liebsten wäre es dem Bürgermeister, wenn sich ein oder mehrere Bauträger um das Areal kümmern würden; Interessenten haben schon bei der Stadt vorgesprochen. Die bereits vorhandene Straße "Am Schießanger wird das Wohnbaugebiet als reine Anliegerstraße mit entsprechenden Stichstraßen erschließen. Es wird also keinen Durchgangsverkehr geben.

Der Zeitplan sieht die komplette Räumung des Müller-Geländes bis Ende April/Anfang Mai vor. Dann soll der Bebauungsplan erstellt werden. Weigl kann sich gut vorstellen, dass vielleicht noch heuer im Herbst, aber jedenfalls im Frühjahr 2016 mit der Erschließung des neuen Wohnbaugebiets "Wohnen an der alten Weberei" begonnen werden kann.

Städtebauförderung

Dass es überhaupt soweit kommen kann, liegt auch an einer kräftigen Förderung durch den Freistaat. Aus Städtebaufördermitteln zur Revitalisierung des ehemaligen Müller-Geländes konnte die Stadt eine 70- bzw. 60-prozentige Förderung für den Erwerb und den Abbruch der Gebäude in Anspruch nehmen. Weben war gestern - Wohnen ist morgen.
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