Wohnträume auch für Singles

Dort, wo jahrzehntelang die riesigen Müller-Hallen standen, sollen nach Meinung der Stadträte erschwingliche kleine Wohnungen entstehen. Die Garagen werden in die künftige Grünanlage zwischen Schießanger und Staatsstraße 2159 gebaut. Vorgesehen ist auch eine Erweiterung des Lidl-Marktes (rechts). Bild: Portner
Lokales
Oberviechtach
23.07.2015
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Kleine Parzellen mit kompakten Häusern und günstigen Wohnungen. Das sind die Vorgaben für das ehemalige Müllergelände. Die Vorschläge des Planers hauten die Stadträte aber "nicht vom Hocker". Nach der Sommerpause soll es neue Varianten und einen passenden Namen geben.

Bei der jüngsten Sitzung des Stadtrates informierte Bürgermeister Heinz Weigl über das 750-Jahr-Jubiläum, welches die Partnergemeinde Raschau-Markersbach am 11./12. September feiert. Die Stadträte sind eingeladen und die Stadtkapelle Oberviechtach bereichert den Festsamstag musikalisch.

Verkauf an Investor

Beim nächsten Punkt hatte sich das Gremium mehr erwartet. Eigentlich sollte der Bebauungsplan-Entwurf für das "ehemalige Müllergelände" abgesegnet werden, um nach den Ferien den Bebauungsplan für ein kleines, schönes und gut durchgrüntes Baugebiet mit kostengünstigem Wohnraum aufstellen zu können. Planer Jochen Baur aus München stellte auch verschiedene Vorschläge vor, doch diese entsprachen nicht dem Wunsch nach einer "verdichteten Bebauung". Allerdings habe der Planer aus Zeit- und Informationsgründen auch nicht mehr leisten können, wurde betont.

Wie Bürgermeister Heinz Weigl bemerkte, gebe es schon viele Interessenten, "wobei die Stadt am liebsten an nur einen Bauträger verkaufen will". Die höchste Priorität liegt bei kleinen Eigentumswohnungen (50 bis 60 Quadratmeter), danach folgen Doppelhaushälften und auch einige Einzelhäuser. "Der Grund ist zu wertvoll, um Garagen reinzupflastern", meinte Weigl. Diese sollten als Quartiersgaragen in die Grünanlage im Schießanger gebaut werden. Die Erschließungswege zwischen den Häusern könnten aber zum Be- und Entladen befahren werden. Die Neuaufstellung eines Bebauungsplanes für ein allgemeines Wohngebiet ist nur für einen kleinen Bereich notwendig; im überwiegenden Teil erfolgt lediglich eine Änderung. Wie der Planer betonte, sei ein vereinfachtes Verfahren ohne Umweltbericht, aber mit frühzeitiger Bürgerbeteiligung möglich. Auch die Erweiterung des Lidl-Marktes in Richtung Osten soll damit abgedeckt werden. Angedacht ist eine Fußgänger-Anbindung zur Dr.-Eisenbarth-Straße und eventuell auch ein Weg über Staatsstraße und Bach zum Einkaufsgebiet "Am Bahnhof".

Der Höhensprung des bewegten Geländes zwischen Dr.-Eisenbarth-Straße und Rot-Kreuz-Weg beträgt zwei Meter und ermöglicht eine Balkon- oder Terrassenlage nach Südwesten. Bei den teils guten Ansätzen in den vorgestellten Bebauungsplan-Varianten vermisste der Bürgermeister eine gute Durchmischung der Wohnformen. "Ich gebe dem Bürgermeister recht", sagte Stefan Schwander (CSU/CWG/Aktive-Fraktion). Er verstehe es aber nicht, dass der Planer nicht informiert wurde.

Zentrale Heizanlage

"Es war so weitergegeben. Auch ich habe mir mehr erwartet, denn jetzt verlieren wir Zeit", bekräftigte Weigl. "Der Aufstellungsbeschluss für eine frühzeitige Bürgerbeteiligung ist auch heute möglich", informierte Amtsrat Peter Spichtinger. Der Beschluss erfolgte dann auch einstimmig. Dr. Alexander Ried sprach noch die Möglichkeit für erneuerbare Energien durch eine Süd-Ausrichtung der Dächer an, wobei der Bürgermeister auf das Ziel einer zentralen Heizmöglichkeit hinwies. Wie Josef Lohrer von der PWG/SPD/JW-Fraktion nochmals bekräftigte, wolle nicht die Stadt bauen, sondern Investoren. Auch deren Überlegungen sollten deshalb mit in den Bebauungsplan einbezogen werden. Mit vielen Informationen "gefüttert" verabschiedete sich Architekt Baur. Bei der nächsten Sitzung im September will er mit neuen Vorschlägen nach Oberviechtach reisen.

Auf Nachfrage von Christian Schneider betonte der Bürgermeister, dass die Bezeichnung "ehemaliges Müllergelände" nur derzeit für die Revitalisierung der Industrie- und Gewerbebrache benutzt werde und versprach: "Wir suchen einen schönen Namen für das Baugebiet!"
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