Zähne ziehen in Mexiko

Zahnarzt Dr. Siegfried Bücherl behandelte bei der Organisation "Medical Mission Network" vier Wochen lang ehrenamtlich Patienten aus den Armenvierteln von Mexiko. Bild: weu
Lokales
Oberviechtach
12.05.2015
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Patienten in deutschen Wartezimmern werden schnell ungeduldig. In Mexiko warten Kranke bis zu einem Tag auf ihre Behandlung. Diese Erfahrung machte Zahnarzt Dr. Siegfried Bücherl, als er bei "Medical Mission Network" vier Wochen lang ehrenamtlich mitarbeitete.

Auf Empfehlung seiner Tochter Katharina, die an dieser Aktion vor zwei Jahren teilgenommen hatte, machte sich Dr. Siegfried Bücherl auf die gut zehnstündige Flugreise nach Mexiko.

Von dem irischen Pater Tierney Bennet 2005 gegründet, bietet die internationale Organisation den Ärmsten der Armen Behandlungen an, die sie ansonsten nicht bezahlen könnten. Da es in Mexiko keine Krankenversicherung gibt, können es sich nur die Reichen leisten, zum Arzt zu gehen und die Rechnung zu begleichen. In einem Team von 15 bis 20 ehrenamtlichen Ärzten aller Berufszweige, vom Allgemeinarzt bis zum Facharzt, kümmerte sich Dr. Bücherl vier Wochen lang um die Zahnprobleme der Patienten, die täglich ab 7 Uhr zu Hunderten anwesend waren. Als Behandlungsort diente die jeweilige Kirche des Dorfes. Zur Verständigung half eine Dolmetscherin.

Für die Übernachtung der Ärzte waren von der Organisation Hotels angemietet worden. Das Essen wurde vor Ort von Frauen zubereitet. Dabei war dieses zwar einwandfrei, bestand jedoch größtenteils aus verschieden zubereitetem Huhn mit Reis. "Zum Frühstück gab es Papayas, Mangos und Melonen", erzählte Dr. Bücherl, der sich wieder auf die Abwechslung der heimischen Küche freut. Die Leute vor Ort waren alle nett und die Ärzte arbeiteten gut zusammen. Auch Studenten befanden sich im Team.

"Ich behandelte Schmerzpatienten und zog viele Zähne, die Probleme machten", beschreibt der Zahnarzt seinen Aufgabenbereich, der durch geringe Ausrüstung und Instrumente natürlich beschränkt war. Finanziert wird das "Medical Mission Network" über Spenden, die meisten Ärzte bezahlen ihren Flug und die Unterkunft aus eigener Tasche und nehmen ihren Urlaub dafür her (Näheres: www.medicalmissionnetwork.net).
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