Zahnarzt zahlt Raten nicht - Gerichtsverfahren eingestellt - Auflage: 200 unentgeltliche ...
Wegen Röntgengerät auf der Anklagebank

Lokales
Oberviechtach
26.09.2014
2
0
Wegen Veruntreuung und Unterschlagung, so der Anklagevorwurf der Staatsanwaltschaft, musste sich gestern am Amtsgericht Schwandorf, Nebenstelle Oberviechtach, ein Zahnarzt aus dem Landkreis verantworten. Das Verfahren wurde mit der Auflage von 200 unentgeltlichen Arbeitsstunden eingestellt.

Wie die Anhörung eines Zeugen aus Wuppertal ergab, hatte der Zahnarzt 2010 bei ihm ein Röntgengerät gekauft und darüber einen Darlehensvertrag mit fest vereinbarten monatlichen Raten abgeschlossen. Diese seien aber nach dem ersten Jahr nur noch hin und wieder gezahlt worden, so dass sich ein Zahlungsrückstand summierte.

Bei Anmahnungen und Telefonaten sei immer wieder von Problemen mit den Banken und dem Finanzamt die Rede gewesen, bis dann gar kein Geld mehr einging. Auf weitere Anmahnungen habe der Zahnarzt dann gar nicht mehr reagiert, so der Zeuge. Als noch eine Restschuld von über 43 000 Euro bestand, kündigte er zusammen mit der Bank den Darlehensvertrag und wollte das Röntgengerät zurückhaben. Die Rückgabe, mit Unstimmigkeiten in der Darlehensverbuchung und in der noch bestehenden Restschuld begründet, wurde verzögert, bzw. verweigert. Erst als das Insolvenzverfahren gegen den Zahnarzt eingeleitet war, sei dem Lieferanten klar gewesen, warum die Raten ausgeblieben sind.

Als das Gerät schließlich bei der Lieferfirma einging, hätte sämtliches Zubehör und auch die Software gefehlt. Die weiteren Zeugen - zwei Rechtsanwälte und ein Polizeibeamter - mussten nicht mehr aussagen, da sich nach einer Besprechung des Zahnarztes mit seinem Rechtsanwalt eine Wende des Verfahrensverlaufs abzeichnete.

Richterin Silvia Schatz hatte in Absprache mit der Staatsanwaltschaft die "einmalige Chance" angeboten, das Verfahren einzustellen. Allerdings nur mit der Auflage, dass der Angeklagte 200 unentgeltliche Arbeitsstunden nach Weisung des Landratsamtes Schwandorf ableistet. Der Zahnarzt erklärte sich damit einverstanden.
Weitere Beiträge zu den Themen: September 2014 (8409)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.