Zuschauer künftig "mittendrin"

Er bleibt weiterhin im Scheinwerferlicht seiner Geburtsstadt: Eisenbarth als Geist (von links), als junger Mann und als erfolgreicher Chirurg mit Gattin Elisabeth auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Bild: Götz
Lokales
Oberviechtach
28.05.2015
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Nächste Woche feiert das Doktor-Eisenbarth-Festspiel zum 14. Mal Premiere. Alle, die das Barock-Spektakel in der bekannten Form erleben wollen, sollten sich schnellstens Karten sichern. Denn 2016 kuriert der berühmte Wanderarzt "die Leut' auf ganz andere Art".

Das Doktor-Eisenbarth-Festspiel hat viele Väter. Einer davon ist Spielleiter Martin Zimmermann, der auch als 2. Vorsitzender des Festspielvereins Verantwortung trägt. Er ging schon länger mit einer Idee schwanger, die nun nächstes Jahr - untermauert von einem Beschluss des neuen Vorstandsteams - in die Tat umgesetzt wird.

Neue Inszenierung

"Das Stück in der bekannten Form wird ausgesetzt. Wir arbeiten an einer Neu-Inszenierung", informierte Zimmermann am Mittwoch bei einem Pressegespräch. Mit "wir" meint er Vorstandsteam und Regisseur Michael Eckl. Fakt ist, dass es 2016 szenische Wanderungen unter dem Titel "Eisenbarth in Oberviechtach erleben" geben wird. Ob das Festspiel in seiner ursprünglichen Form ab 2017 im zweijährigen Turnus weiterläuft - das werde sich noch zeigen. Was aber bereits feststeht ist, dass Dr. Florian Waldherr heuer zum letzten Mal als Eisenbarth auf der Bühne steht. Dafür gibt es laut Zimmermann familiäre (drei Kinder) und berufliche Gründe. Auch wolle er einem möglichen Nachfolger nicht "die Luft nehmen", indem er den erfolgreichen Wanderarzt zu lange verkörpert. "Waldherr bleibt dem Festspiel aber verbunden und wirkt weiterhin maßgeblich mit", betont Zimmermann.

Mitten im Spektakel

Auf was können sich Einheimische und Urlauber bei der szenischen Wanderung freuen? Die Trennung "Besucher auf der Tribüne - Schauspieler auf der Bühne" wird aufgehoben, indem die Zuschauer Teil des Spektakels werden. "Zwanglos, mit Erlebnischarakter und mitten drin im Geschehen", beschreibt Martin Zimmermann das Ziel. Die fünf Szenen (vier davon aus dem bestehenden Festspiel) werden an verschiedenen Orten aufgeführt (geplant: Haus der Stiftung, Marktplatz, Museum, Marktweiher) und kulinarisch begleitet (wie Ausschank von Eisenbarth-Elixier und Brotzeit zum Abschluss). "Gaukler und Spielmannszug gehören weiterhin zum Ensemble", stellt der Spielleiter klar und auch das Eisenbarth-Lied.

Martin Zimmermann verspricht: "Der berühmteste Sohn der Stadt wird nicht zum Scharlatan, sondern bleibt historisch authentisch." Warum dann die Veränderungen? "Wir wollen nicht, dass Eisenbarth auf der Bühne sterben muss!" Er blendet zurück auf das Jahr 2002, als das Barock-Spektakel erstmals zum Jubiläum "50 Jahre Stadterhebung" aufgeführt wurde. "Damals ist man nur von zwei Jahren ausgegangen", erinnert sich Zimmermann. Mittlerweile habe sich das Festspiel zu einem kulturellen Aushängeschild entwickelt - die Stadt als Träger und Unterstützer, der Verein als Organisator.

Dass am 4. Juni die 14. Festspiel-Saison startet, ist auch ein Verdienst von Regisseur Michael Eckl, der viel Arbeit und Herzblut investiert und in all den Jahren das Stück in weiten Zügen angepasst und verändert hat. In der großen Festspielfamilie stehen drei Generationen (2 bis 75 Jahre) auf der Bühne und auch Ehren-Festspielleiter Manfred Beer und Ehrenmitglied Klaus Habl wirken vor und hinter den Kulissen weiterhin mit.

Noch etwas gibt es heuer zum letzten Mal: Das jedes Jahr aktualisierte Programmheft zum Doktor-Eisenbarth-Festspiel mit den historischen Hintergründen der Szenen - verfasst von Dr. Reiner Reisinger, dem Vorsitzenden des Festspielvereins.
Weitere Beiträge zu den Themen: Mai 2015 (7904)
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