4. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 122 im Zug einer politischen Weiterbildung für ...
Trister Alltag zwischen Angst und Tod

Die Informationsreise führte die "Vierte" über das Schlachtfeld von Verdun zum Fort Douaumont und hin zu zahlreichen Soldatenfriedhöfen. Bild: hfz
Politik
Oberviechtach
16.08.2016
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Stumme Zeitzeugen erinnern noch einhundert Jahre später an die Schlacht von Verdun am 21. Februar 1916. Die Soldaten der 4. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 122 verschafften sich bei einer politischen Weiterbildung einen Eindruck von den damaligen Verhältnissen "im Felde".

Oberviechtach/Metz. Die 4. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 122 aus Oberviechtach reiste mit seinem Führerkorps im Zug einer politischen Weiterbildung für vier Tage nach Metz, der Hauptstadt Lothringens. Ziel des Kompaniechefs, Hauptmann Stefan Horky, war es, die vor 100 Jahren stattgefundene Schlacht bei Verdun in Erinnerung zu rufen und dabei militärhistorische Ereignisse zu beleuchten.

Am Schlachtfeld


Bereits bei der kurzweiligen Anreise beeindruckte Reiseleiter Oberstleutnant a.D. Kaspar Becher vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Bezirksverband Oberpfalz, mit seinem breiten Fachwissen und der Kunst, Geschichte auf mitreißende Art greifbar zu machen. Zudem wurden durch Kurzvorträge der Soldaten, alle Teilnehmer auf einen einheitlichen Stand gebracht, um die nötigen theoretischen Grundlagen für die nächsten Tage parat zu haben.

Der zweite Tag führte die "Vierte" über das Schlachtfeld von Verdun zum Fort Douaumont. Durch eine ausführlich vorbereitete Geländeorientierung auf dem Fort im Zentrum des Schlachtfelds war es möglich, sich in die Lage zu Beginn der großen Schlacht am 21. Februar 1916 hineinzuversetzen. Schon bei der Ausarbeitung dieser Vorträge staunten die Soldaten nicht schlecht, als sie die Massierung von Kräften beider Kontrahenten auf solch einem schmalen Geländeabschnitt erkannten. Das Gebeinhaus in Verbindung mit den unzähligen Friedhöfen in unmittelbarer Nähe ließ die Männer nur im Ansatz erahnen, welche Auswirkungen und Schrecken diese Schlacht zur Folge hatte. Unterstrichen wurde dies durch einen Besuch im gerade eröffneten Museum von Fleury, in dem auf beeindruckende Art und Weise vom Feldpostbrief bis hin zur Verwundetenversorgung der triste Alltag zwischen Angst und Tod veranschaulicht wurde. Etwas aufgewühlt und nachdenklich, jedoch voller Vorfreunde auf den nächsten Tag, ging es zurück nach Metz.

Am nächsten Tag stand zunächst die Besichtigung des Moreau-Lagers, ein Ruhelager unweit der Front im Argonnerwald, an. Trotz der widrigen Unterbringung in Höhlen für damalige Zeiten ein mehr oder weniger sicherer Ort zur Regeneration, so erschien es den Soldaten hundert Jahre später im Hinblick auf Standards wie Fernseher, Kühlschrank und eigene Nasszelle wohl eher surreal.

Weiter ging es zu den berüchtigten Schlüsselstellungen "Höhe 304" und "Höhe Toter Mann". Diese aus heutiger Sicht marginalen Erhebungen entlang des westlichen Maasufers sind aufgrund der idyllischen Bewaldung nur noch stille Zeugen der harten und verlustreichen Kämpfe. Einzig und allein die vielen gewaltigen Gedenksteine und Friedhöfe bekräftigen den Besucher darin, die Vergangenheit nicht zu vergessen. Beeindruckend auf der einen, erschütternd auf der anderen Seite lautete das Urteil der Soldaten nach Besichtigung des ehemaligen Dorfes Vauqouis, welches auf einem heute durchlöcherten und von Trichtern durchzogenen Hügel lag.

Gegner unterminieren


Dem Erfindergeist der Pioniere im Ersten Weltkrieg war es geschuldet, dass mit kilometerlangen Stollen versucht wurde, den Stellungsraum des Gegners zu unterminieren, um ihn dann mit enormen Mengen an Sprengstoff in die Luft zu jagen. Abschließend wurde noch der deutsche Soldatenfriedhof Consenvoye besichtigt. Diese durch den Volksbund gepflegte und durch die gemeinsame Kranzniederlegung von Bundeskanzlerin Merkel und Präsident Hollande berühmt gewordene Ruhestätte, führte den Soldaten beim Abschreiten der Gräber in einem Moment der Stille all das vor Augen, was in den letzten Tagen durch ihre Köpfe geisterte.

Gemeinschaft gefestigt


Zurück in der Gegenwart endete der Tag wieder in Metz mit einem französischen Menü. Am Folgetag war die Weiterbildung mit der Ankunft in Oberviechtach beendet. Alle waren sich einig, dass das Unternehmen "Verdun" nicht nur jeden militärhistorisch weitergebracht, sondern auch die Gemeinschaft im Führerkorps weiter gefestigt hatte.
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