Architekt Peter Brückner stellt Stadträten Vorentwurf für Stadtarchiv vor
Neubau für Akten und Exponate

Das Soutschka-Haus neben der Marktmühle (rechts, jetziges Museum) war früher eine Mälzerei. Architekt Peter Brückner stellte den Vorentwurf auch an einem Holzmodell vor (weißer Würfel zeigt historische Substanz). Abgestimmt wird im Januar.
Politik
Oberviechtach
10.12.2015
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Das Soutschka-Haus neben dem Museum ist im Besitz der Stadt und soll für einen Neubau mit viel Platz fürs Stadtarchiv weichen. Bilder: Portner (2)

Die Zeit drängt: Feuchtigkeit und Mäuse setzen den Akten zu. Deshalb soll das Stadtarchiv so bald wie möglich in einen Neubau neben dem Museum einziehen. Architekt Peter Brückner stellte den Vorentwurf vor. "Toll gemacht", lautete das Lob der Stadträte, doch einige streben eine ganz andere Nutzung dafür an.

Das Soutschka-Haus im Taubenplatz 4 wurde nach einem einstimmigen Stadtratsbeschluss von der Stadt angekauft. Wie Bürgermeister Heinz Weigl ausführte, soll nach dem Abriss ein Neubau hochgezogen werden, um darin vordergründig das Archiv unterzubringen. Architekt Peter Brückner hatte ein Holzmodell mitgebracht und erläuterte die "spannende Situation zwischen den Gassen".

Das Soutschka-Haus auf dem 216 Quadratmeter großen Grundstück war früher eine Mälzerei, in direkter Nachbarschaft zur Marktmühle (jetzt Museum und Kulturzentrum). Historisch betrug die Brutto-Grundfläche in den Jahren 1872/1882 insgesamt 721 Quadratmeter, während der Bestand 416 Quadratmeter aufweist und der Vorentwurf 669 Quadratmeter. Auf vier Etagen ergibt sich eine Netto-Nutzfläche von 535 Quadratmetern, die Brückner dann auch detailliert erläuterte.

Zwei Eingänge


Der Eingang wird sowohl vom Taubenplatz, als auch vom Museumshof möglich sein. Es wird ein Aufzug eingebaut und im Treppenhaus eine mehrgeschossige Ausstellung integriert. Der ursprünglich mit 80 Quadratmetern konzipierte Raum im Untergeschoss fürs Archiv wird halbiert, um einen Abstellraum für das Museum zu erhalten.

Auf der zweiten Ebene haben die Archivregale auf etwa 140 Quadratmetern Platz (inklusive zwei Arbeitsplätze) und auf der dritten Etage - mit Panoramablick zum Marktweiher - sind Büro, Seminarraum und Teeküche vorgesehen. Der Spitzboden bietet nur etwa 20 Quadratmeter als reine Nutzfläche. Angestrebt wird die gleiche Firsthöhe, wie sie die Nachbargebäude aufweisen. Die Baukosten bezifferte der Architekt mit rund einer Million, zuzüglich der Nebenkosten. Wie Bürgermeister Heinz Weigl erläuterte wurde das Haus für das Archiv angekauft, "aber das Thema Museum mit Depoträumen immer im Blick". Er regte an, eine Behinderten-Toilette einzubauen, welche auch für Museumsbesucher zugänglich ist. Eine haustechnische Verbindung mit dem Museum müsse noch abgeklärt werden und auch die künftige Wasserführung für das Pochwerk.

CSU: "Das Archiv ist Luxus"


Der Bürgermeister dankte für die ehrenamtliche Archivarbeit von Zweiter Bürgermeisterin Christa Zapf und stellte klar, dass dies eine Pflichtaufgabe der Kommune sei. "Das Archiv ist hier Luxus. Mit dem Umzug der Bücherei in das neue Gebäude könnten wir die Frequenz in Museumsnähe steigern", warf Christian Schneider (CSU) ein. Laut Brückner sei die Bücherei in der dritten Etage organisatorisch möglich, bedeute aber eine Reduktion in anderen Bereichen. Die CSU/CWG/Aktive-Fraktion halte das Haus "als Archiv verschenkt", wie Stefan Schwander betonte. Er sehe es als ein Muss an, dem beengten Museum weitere Räume zur Verfügung zu stellen.

"Wenn wir woanders Archivräume schaffen kostet das zusätzliches Geld", betonte Josef Lohrer von der PWG/SPD/JW-Fraktion ein. Deshalb sollte der Vorentwurf so weiterverfolgt werden. Der Architekt wird das Raumprogramm nochmals überarbeiten und dann am 19. Januar im Stadtrat vorstellen. Dann sollen auch die notwendigen Beschlüsse fallen um die "sportliche" Zeitschiene - Einzug Ende 2016 - zu schaffen.
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