Bauausschuss besichtigt Oberviechtacher Rathaus
Schäden auf den zweiten Blick

"Der Brunnen ist eventuell unterspült und kippt zur Straße weg", sagte Dipl.Ing. Thomas Wilnhammer (rechts). Er zeigte dem Bauausschuss aber nicht nur die Schäden im Eingangsbereich des Rathauses auf. Bild: Portner
Politik
Oberviechtach
16.11.2016
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Nur Fenster streichen oder Generalsanierung? Diese Frage muss der Stadtrat im Dezember beantworten. Das Oberviechtacher Rathaus ist zwar erst 25 Jahre alt, "kränkelt" aber im Außenbereich an einigen Stellen, wie der Bauausschuss diese Woche feststellte.

"Die Fraktionen haben die Unterlagen zum Sanierungsbedarf des Rathauses erhalten", sagte Bürgermeister Heinz Weigl am Dienstag in der öffentlichen Sitzung des Bauausschusses, "nun müssen wir überlegen, was ist erforderlich und was können wir uns leisten." Auslöser der Debatte sind die Holzfenster. Diese müssen aus Erhaltungsgründen gestrichen werden - in 25 Jahren erst zum zweiten Mal. "Wenn das Gerüst steht, sollten aus Kostengründen gleich weitere Arbeiten erledigt werden", meinte Weigl und sprach die Erneuerung der Schneefänger an. Außerdem sollte die Fassade gestrichen werden.

Haupteingang im Visier


Weitere Maßnahmen seien ein behindertengerechter Haupteingang (evtl. mit automatischen Türöffner), der Umbau der Behinderten-Toilette und die Trockenlegung des gesamten Hauses, um Schäden am Sockel zu vermeiden. Die Generalsanierung im Außenbereich würde rund 150 000 bis 200 000 Euro verschlingen. "Der Stadtrat ist der Meinung, dass eventuell nicht alles was Sie aufgezeigt haben, erforderlich ist", sagte Weigl und begrüßte nun auch den Architekten Thomas Wilnhammer aus Furth im Wald zur Sitzung. "Am Eingang ist nicht viel zu machen und die Fassade ist überwiegend noch gut", führte Hans Hösl an. Doch der Experte war hier anderer Meinung.

Zusammen mit den Räten nahm er die Schäden vor Ort genauer unter die Lupe und erläuterte zunächst die Probleme am Eingang. So sei der Zugangsbereich unterkellert (Registratur erstreckt sich bis zur letzten Stufe), und der Flachdachbereich sorge für lose Platten. Diese dauerhaft zu befestigen sei schwierig. Dringend sei die Treppenanlage zu sanieren, welche Risse aufweist. "Man sieht, der Brunnen ist schräg", sagte Wilnhammer am Vorplatz, "die ganze Anlage ist in sich verkippt. Eventuell hat sich das Fundament gesetzt." Der Rat des Fachmanns: "Wenn die Baustelle schon da ist, gehört das gleich mitgemacht." Denn Folgeschäden seien nicht auszuschließen.

Toilette umbauen


"Putzsockel und Bodenbelag funktionieren derzeit nicht", sagte der Planer und zeigte auf Salzausbildungen. Er riet zu einer Sanierung mit Natursteinsockel. In den Pflanzflächen reiche der Humus bis zum Putz; hier fehle der Kiesstreifen. "Ja, es handelt sich um eine Behinderten-Toilette, aber sie entspricht nicht der aktuellen DIN-Norm", stellte Thomas Wilnhammer beim hinteren Eingang auf Nachfrage klar. Die Norm besage, dass das WC von zwei Seiten anfahrbar sein muss. "Wir sollten den Umbau erst zusammen mit der Außensanierung machen", warb Heinz Weigl um Aufschub der bereits beschlossenen Maßnahme.

Nun muss der Stadtrat am 6. Dezember zunächst den Umfang der Arbeiten in 2017 festlegen, die Ausschreibung soll im Frühjahr starten.
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