Bundeswehr-Einsatz in Litauen
Oberviechtacher stellen ersten Verband

Das Panzergrenadierbataillon 122 aus Oberviechtach (Kreis Schwandorf) wird auch Schützenpanzer vom Typ "Marder" mit nach Litauen nehmen. (Foto: Bundeswehr)
Politik
Oberviechtach
02.11.2016
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Als Antwort auf die Ukraine-Krise rüstet die Nato im Osten auf. Nächstes Jahr sollen in Polen und in den drei baltischen Ländern je 1000 Soldaten stationiert werden. Die ersten Verbände kommen aus der Oberpfalz.

Oberviechtach/Vilseck. Das Panzergrenadierbataillon 122 aus Oberviechtach (Kreis Schwandorf) ist der erste Bundeswehrverband der im Zuge der Nato-Aufrüstung für sechs Monate im Baltikum stationiert wird. Beim Warschauer Gipfel im Sommer hatte Deutschland zugesagt, in Litauen die Rolle der Führungsnation zu übernehmen. In Lettland hat diese Kanada, in Estland Großbritannien und in Polen die USA.

Nach den Planungen werden rund 300 Panzergrenadiere in den ersten Monaten des Jahres 2017 mit gut 200 Fahrzeugen, darunter Schützenpanzer vom Typ "Marder", ins Baltikum verlegen. Ihr Ziel: das Militärlager im litauischen Rukla.

Die Bundeswehr stellt für das Bataillon in Rukla die Führung, Teile einer Stabs- und Versorgungskompanie sowie mindestens eine Kampftruppenkompanie. Unterstützt werden die Oberviechtacher aus anderen Verbänden der Panzerbrigade 12 "Oberpfalz", unter anderem vom Panzerpionierbataillon 4 aus Bogen. Insgesamt stellt die Bundeswehr 400 bis 600 Soldaten. Ab Mitte des Jahres werden sie von einem anderen Bundeswehrverband abgelöst.

Marder und Leopard


Neben dem "Marder" werden Radfahrzeuge, Transportpanzer vom Typ "Fuchs", sowie Kampfpanzer vom Typ "Leopard 2" entsandt. Letztere dürften vom Panzerbataillon 104 aus Pfreimd (Kreis Schwandorf) kommen oder vom Panzerbataillon 393 in Bad Frankenhausen, das ebenfalls der 10. Panzerdivision unterstellt ist. Diese stellt nächstes Jahr die Anteile des Heeres für alle Einsätze. Die endgültige Zusammensetzung in Litauen hängt auch von den Verbündeten ab. Das von der Bundeswehr geführte Bataillon wird von Belgien, Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen und Kroatien unterstützt.

Für die Panzerbrigade 12 ist dies der zweite Einsatz im Baltikum. In diesem Jahr nahmen Soldaten an der US-Übung "Dragoon Ride" und dem anschließenden Manöver "Saber Strike" im Baltikum teil. Auch der US-Partnerverband der "Zwölfer", das 2. US-Kavallerieregiment aus Vilseck (Kreis Amberg-Sulzbach) ist Teil der Nato-Operation "Enhanced Forward Presence" (Erweiterte vorgeschobene Präsenz). Anfang 2017 wird eine Schwadron mit rund 800 Soldaten für ein halbes Jahr nach Polen gesandt, die von einer weiteren Schwadron aus Vilseck abgelöst wird.

Die Nato will mit Blick auf Moskau die Bündnisverteidigung und Abschreckung stärken. Russland empfindet die Stationierung als Bedrohung und drohte wiederholt mit Aufrüstung an seiner Westgrenze.
2 Kommentare
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Markus Schmidbauer aus Amberg in der Oberpfalz | 03.11.2016 | 00:20  
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Ali Zant aus Weiden in der Oberpfalz | 03.11.2016 | 09:53  
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