Häuslebauer bald am Start

Das Projekt "Leben an der Alten Weberei" (Planung: Baur, München) kann der Bauträger nun wohl bald starten. Im neuen Baugebiet entstehen Kettenhäuser, Einfamilienhäuser und Geschossgebäude. Die Grünfläche (unten) schirmt zur Staatsstraße 2159 ab. Repro: Portner
Politik
Oberviechtach
21.07.2016
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Eigentlich sollten die Bauarbeiter schon seit Frühjahr im neuen Baugebiet "Schießanger" werkeln. Doch am Dienstag arbeitete sich der Stadtrat erst einmal durch die Stellungnahmen zum Vorentwurf des Bebauungsplanes. Einstimmige Beschlüsse geben Hoffnung.

Zum wiederholten Male stand der Bebauungsplan "Schießanger" mit Teiländerung "Am Bahnhof und Am Schießanger" auf der Tagesordnung der öffentlichen Stadtratssitzung. Nach der Auslegung und der Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange standen nun die Stellungnahmen zur Abwägung an. Diese war dann allerdings nicht notwendig, da die Räte mit den Einarbeitungen einverstanden waren. Es folgte der einstimmige Satzungsbeschluss. "Wir sind jetzt auf dem Weg, dass es weiter gehen kann", meinte Bürgermeister Heinz Weigl. Er hofft, dass nun vom schnuckeligen, kleinen Baugebiet bald etwas zu sehen sein wird.

Zehn Anregungen


Bauamtsleiter Peter Spichtinger und Architekt Jochen Baur aus München trugen die eingegangenen Stellungnahmen, die Behandlung und den Beschlussvorschlag vor. "Drei Bürger haben sich die Unterlagen angeschaut, hatten aber keine Einwände", informierte der Amtsleiter. Die Verwaltung hatte 39 Behörden benachrichtigt; 23 haben nicht reagiert, 6 eine Stellungnahme ohne Einwand abgegeben, von 10 Behörden kamen Anregungen. Über eine Stunde dauerte es, diese detailliert mit den Stadträten durchzugehen. Manchmal gab es auch leichtes Kopfschütteln zu "etwas überzogenen" Forderungen. Die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt wollte keine Pappeln und Nadelgehölze bei der Eingrünung zulassen, wobei man aber auf Zitterpappel und Kiefer nicht verzichten will. Festgelegt wurde die Menge der Bäume für die Grünfläche (2079 Quadratmeter) zwischen Staatsstraße und Wohngebiet.

Die bodenschutzrechtliche Stellungnahme betraf die Entwicklung der Altlasten auf dem früheren Industriegelände (Weberei Müller & Söhne). Hier wurde darauf verwiesen, dass die drei Abbruch-Einheiten von Hallen und Wohngebäuden durch das Ingenieurbüro Lintl begleitet und alles im Labor untersucht wurde. Eine befürchtete Belastung liege nicht vor (alles unter Grenzwert). In die Festsetzungen des Bebauungsplanes wird neu aufgenommen: "Sollten bisher nicht bekannte Bodenverunreinigungen festgestellt werden, sind die Bautätigkeiten sofort einzustellen und die Fachbehörden einzuschalten."

Die Untere Verkehrsbehörde befürchtet ein erhöhtes Verkehrsaufkommen am Knoten "Staatsstraße 2159/Staatsstraße 2398/Am Schießanger" und regt an, dass geprüft wird, ob hier künftig ein Unfallschwerpunkt entsteht. Die Stadt verweist auf den geplanten Kreisverkehr durch das Staatliche Bauamt. Die alternativ vom Landratsamt vorgeschlagene direkte Anbindung des Wohngebietes an die Staatsstraße 2159 im Bereich der Grünfläche wurde vom Stadtrat abgelehnt. Auch die "Abfallwirtschaft" war Thema. Da die Müllfahrzeuge nicht in den Stichstraßen wenden können, wird jeweils am südlichen Ende eine Gemeinschaftsfläche ausgewiesen. In Bezug auf die Telekom beschloss der Stadtrat, dass am Verbot für oberirdische Leitungen festgehalten wird.

Gewerbe, Lärm und Immission kontra Wohnungen war die Thematik der folgenden Stellungnahmen. Die Bedenken zwecks bisher zulässiger Nachtanlieferungen im Lidl-Markt fallen mit dem geplanten Markt-Neubau weg, wurde betont. Auch der "eigene Gewerbelärm" erübrige sich, nachdem - anstatt eines Blockheizkraftwerkes - der Betrieb der Heizungsanlage nun mit einer zentralen Hackschnitzelbefeuerung in Verbindung mit Solarenergie erfolgen wird. Die Untere Immissionsschutzbehörde regte einen Abstand vom Spielplatz zu den Wohngebäuden an. Der Bitte, die Einzäunung im Plan darzustellen, wurde stattgegeben.
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