Reinhold Malzer, Vorsitzender des Seniorenbeirats, referiert im Stadtrat
Senioren noch stärker ins Blickfeld rücken

Politik
Oberviechtach
16.03.2016
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Im Stadtbereich von Oberviechtach gibt es über 2 500 Frauen und Männer, die älter als 50 Jahre sind. Das ist über die Hälfte der Einwohner. Und dass die Alterspyramide aufgrund der vergleichsweise wenigen Geburten und der steigenden Lebenserwartung weiter zunimmt, ist wohl kein Geheimnis. Welche vielfältigen Herausforderungen diese Entwicklung mit sich bringt, machte der Vorsitzende des Seniorenbeirats, der ehemalige Stadtrat Reinhold Malzer, in der Stadtratssitzung am Dienstagabend deutlich.

Malzer blendete auf das Jahr 2001, in dem der Stadtrat eine Satzung für einen Seniorenbeirat der Stadt erließ. "Der Seniorenbeirat berät den Stadtrat in allen Angelegenheiten, welche die Senioren betreffen", zitierte Malzer aus der Satzung und stellte fest, dass schon einiges geschehen sei, man insgesamt auf einem guten Weg ist, aber auch noch vieles verbessert werden kann.

Stärker einbinden


Der Seniorenbeauftragte informierte, dass er sich für eine fundierte Seniorenarbeit in zehn Kursen entsprechend weitergebildet und sich auch als Wohnraumberater qualifiziert habe. Wertvolle Unterstützung leiste hierbei die Bayerische Senioren-Akademie, die für die Arbeit der Seniorenbeiräte elf Handlungsfelder entwickelt hat. Ziel sei es letztendlich, den Senioren die ungehinderte Teilnahme am öffentlichen Leben zu ermöglichen. Malzer spannte den Bogen vom altengerechten Wohnen sowohl im Neubau als auch im Altbau (zum Bau und zur Umgestaltung gibt es viele Fördermöglichkeiten) bis hin zur Betreuung von besonderen Zielgruppen (Menschen mit Migrationshintergrund, Alzheimer-Patienten, Alleinlebende). Beratung und Information ist ein weiteres Handlungsfeld. Hier regte Malzer an, den Seniorenbeauftragten künftig noch stärker in Stadtratsentscheidungen wie etwa die Friedhofsumgestaltung einzubinden. Als gutes Beispiel für den Bereich "präventive Angebote" lobte er die neue Situation im Bereich des "Hauses der Stiftung" mit Apotheke und Arztpraxen in einem öffentlichen Gebäude und der Verkehrsregelung durch Ampelanlagen. Der Bereich "Bürgerschaftliches Engagement" werde in Oberviechtach durch viele Organisationen, die sich mit Senioren beschäftigen, groß geschrieben. Er sei dabei, das Ganze zu vernetzten und einen Veranstaltungskalender für Senioren zu erstellen.

Breitere Basis


Betreuung und Pflege, sowohl ambulant als auch stationär, sowie die Unterstützung der pflegenden Angehörigen nannte Malzer als weiteres Betätigungsfeld. Hier schlug er vor, den Seniorenbeirat um den Bereich Apotheke, Ärzte und Pflegedienste zu erweitern. Auch der Sektor Hospiz und Palliativ sollte künftig mit abgedeckt sein. "Alles auf einmal kann man nicht machen, aber immer wieder kleine Schritte", resümierte Reinhold Malzer. Dazu zählte er zum Beispiel die Absenkung von Gehwegkanten oder die Verbesserung des Zugangs zur Behinderten-Toilette im Rathaus.

"Wir sind auf einem guten Weg, müssen aber die Themen noch intensiver beackern", appellierte der Seniorenbeauftragte. Besonders bedankte sich Malzer für die Unterstützung durch Bürgermeister Weigl und freute sich, dass im neuen Haushalt auch Finanzmittel für die Arbeit des Seniorenbeirats eingestellt werden.
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