Stadtrat bringt der Sanierung der Außenanlagen im Friedhof auf den Weg
Friedhof wird aufgewertet

Für rund 450 000 Euro sollen die Außenanlagen im Bereich des alten Friedhofs (Bild) aufgewertet werden. Dazu zählen vor allem die Sanierung der Wege und Schönheitsreparaturen am Leichenhaus. Luftbild: frd
Politik
Oberviechtach
18.02.2016
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Dass kostenmäßig einiges auf die Stadt zukommt, war den Stadträten schon im Vorfeld klar. Als Landschaftsarchitekt Andreas Thammer dann die Summe von 445 000 Euro für das Sanierungspaket "Friedhof" nannte, musste mancher doch schlucken. Dennoch gab es am Ende ein einstimmiges "Ja" zur vorgestellten Planung.

"Wir müssen an unserem Friedhof unbedingt etwas machen und dann sollten wir es gleich richtig machen", schickte Bürgermeister Heinz Weigl in der Stadtratssitzung am Dienstagabend zum Thema "Friedhof Oberviechtach - Vorstellung der Planung und der Kosten durch Landschaftsarchitekt Andreas Thammer" voraus.

"Wenn wir schon die Wege und Außenanlagen machen, dann auch das Leichenhaus, die Zufahrt zum Friedhof, die Beleuchtung und die Wasserleitung", präzisierte Weigl. Schon wiederholt hatten sich Stadtrat und Bauausschuss auch vor Ort mit dem erforderlichen Maßnahmenpaket befasst, das nun Ingenieur Franz Lintl und Landschaftsarchitekt Andreas Thammer zu Papier brachten. Am Dienstagabend ging Thammer zunächst auf die maroden Wegverbindungen im alten Teil des Friedhofs ein. Der Asphaltbelag ist schadhaft, Höhenunterschiede sorgen für Stolperfallen und eine Entwässerung ist so gut wie nicht vorhanden.

Schwierige Konditionen


Was die Neuanlage der drei Wege so schwierig und auch kostenträchtig macht ist laut Thammer der nicht frostsichere Untergrund und die maximal vorhandene Breite von zwei Metern. Um einen stabilen Untergrund zu schaffen, müsste ein etwa ein Meter tiefer Bodenaustausch vorgenommen werden. Durch Höhenunterschiede und weil die Gräber teilweise bis unmittelbar an die Wege reichen, stößt man mit einem Bodenaustausch schnell an die Grenzen. Deshalb ist vorgesehen, nach dem Entfernen des Asphalts eine entsprechende Entwässerung einzubauen. Darüber soll dann eine "schwimmende" Betonplatte kommen und oben auf Betonpflaster. Entlang der Wege werden aus Sicherheitsgründen abnehmbare Bügel angebracht.

Beim Leichenhaus wird es allerdings nur Schönheitsreparaturen im feuchten Sockelbereich und im Putz geben. Hinzu kommen neue Fenster und Türen, Erneuerung der Decke und der Türen im Aufbahrungsbereich, Renovierungsarbeiten im Bestatterraum, Dachreparaturen und schließlich ein neuer Fassadenanstrich. Allein für diese Arbeiten sind etwa 80 000 Euro an Kosten errechnet. "Das ist aber nur das Notwendigste", stellte der Planer fest. Der Vorplatz zum Leichenhaus wird barrierefrei gestaltet, indem das Gelände auf das Niveau des Vorraums angehoben wird.

Rund 300 000 Euro fallen für Außenanlagen samt der technischen Einrichtungen für Abwasser, Wasser, Beleuchtung usw. an, sodass samt Baunebenkosten fast 450 000 Euro zusammenkommen. Das Thema Beschallung mit Lautsprechern an den fünf vorgesehenen Friedhofslampen wird vorerst nicht weiterverfolgt. Die Sanierung der Zufahrt zum Friedhof ist in der vorgestellten Kostenschätzung nicht enthalten. Bürgermeister Weigl schwebt hier eine neue Asphaltschicht (könnte mit Hilfe des Bauhofs erledigt werden) und ansprechende Bepflanzung vor

Einstimmiger Beschluss


"Wir wollen das so haben und haben das Thema wegen der Stolperstellen und der fehlenden Beleuchtung schon öfter angesprochen", meldete sich Stefan Schwander für die CSU/CWG/Aktive-Stadtratsfraktion zu Wort. "Das Geld ist gut angelegt, wir haben dann über Jahrzehnte wieder unsere Ruhe", ergänzte Schwander und wünschte sich zugleich, dass die Investitionen nicht auf die Grabgebühren umgelegt werden. Nachdem Thammer noch verschiedene Anfragen aus dem Gremium zur technischen Ausführung beantwortet hatte, kam es zur Abstimmung. Einstimmig sprach sich der Stadtrat für die vorgestellten Planungen aus und erteilte dem Planer den Auftrag, das gesamte Maßnahmenpaket auszuschreiben.
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