Storchenhorst Oberviechtach: Vier Störche müssen versorgt werden
Jungstörche werden Vollwaisen

Der "ausgebüchste" vierte Jungstorch versuchte sich im Gebüsch zu verstecken. Beim zweiten Versuch konnte auch er eingefangen werden.
Politik
Oberviechtach
25.06.2015
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Wenig Glück hatten die Storchenfamilien in den vergangenen Jahren im Oberviechtacher Storchenhorst. Auch heuer muss man von einer Tragödie sprechen: die vier jungen Störche sind zu "Vollwaisen" geworden.

Es ist schlichtweg traurig: nun rührt sich zumindest in diesem Jahr absolut nichts mehr im Storchenhorst auf dem Gebäude des ehemaligen Oberviechtacher Landratsamtes in der Bezirksamtsstraße.

Da schon vor einigen Wochen einer der Altstörche nahe der B 22 ums Leben gekommen ist, war der zweite Altstorch seit dieser Zeit unermüdlich unterwegs, um die vier Jungstörche mit Nahrung und Wasser zu versorgen. Die Jungen wuchsen prächtig heran und mit ihren Flugversuchen weckten sie die Hoffnung, dass der Altstorch alleine alle vier Jungstörche durchbringt.

Hoffnungen zerstört

Doch am Montag wurde die Hoffnung jäh zerstört: der Storch mit dem "ausgeprägten Sozialverhalten" wurde nahe der Käfermühle in einem Weiher (nicht im Bereich der Fischzuchtanlage) tot aufgefunden. Die "Storchennachbarn", die aufmerksam die großen Bemühungen des Altstorches beobachtet haben, hatten schon bemerkt, dass der Altstorch ab Montagnachmittag nicht mehr zum Horst zur Fütterung der Jungen zurückgekommen war. Horstbetreuer Gotthard Klier rief Bürgermeister Heinz Weigl an und machte ihm deutlich, dass den Jungstörchen geholfen werden müsse, denn ohne Ernährer wären sie dem sicheren Hungertod ausgeliefert. Da rasch gehandelt werden musste, machte Heinz Weigl die Jungstorchenrettung zur "Chefsache" . Er bat seinen Bürgermeisterkollegen Martin Birner in Neunburg um "Amtshilfe". Birner schickte seine Feuerwehrleute mit der großen Drehleiter nach Oberviechtach, um die Jungstörche aus dem Horst zu holen.

Doch die Rettung der vier Jungstörche lief, trotz der behutsamen Vorgehensweise der Feuerwehrmänner aus Neunburg und Oberviechtach nicht ganz reibungslos ab. Der größte der vier Jungstörche stürzte sich fluchtartig aus dem Horst und flog im Tiefflug" in Richtung Lidl-Markt, wo er von einem Passanten gesehen und der Oberviechtacher Feuerwehr gemeldet wurde.

Im zweiten Anlauf

Nachdem "Tick, Trick und Track" - so sind die anderen drei Störche liebevoll von den Floriansjüngern genannt worden - mit Hilfe der hohen Drehleiter aus dem Horst geholt und in Transportkisten gebracht waren, galt es nun, auch noch den vierten Storch einzufangen. Doch das erwies sich ganz und gar nicht als so einfach. Der "flüchtige" Jungstorch hatte sich in einem Gebüsch und auf einem Hang auf dem ehemaligen "Müller-Gelände" niedergelassen. Als sich ihm die Aktiven der Oberviechtacher Wehr ganz langsam näherten, um ihn einzufangen, setzte er wieder zum Flug an und flog über das ehemalige Bahnhofsgelände hinweg in Richtung Fichtenbühlsiedlung davon.

Nach intensiver Suche konnte der junge Adebar in einem Garten geortet werden und da er in einer Ecke saß, von den Feuerwehrleuten eingefangen werden. Die Feuerwehrleute gaben ihm übrigens den Namen "Dagobert", weil er der an Körpergröße "reichste" der vier Störche war. Noch am Abend wurden die vier Jungstörche von der Feuerwehr Oberviechtach, begleitet von Horstbetreuer Gotthard Klier, in die Vogelauffangstation nach Regenstauf gebracht, wo sie gut versorgt sein werden.

Da alle vier Störche schon recht groß sind und bei guter Fütterung voraussichtlich in ein bis zwei Wochen flügge sind, kann davon ausgegangen werden, dass sie im Herbst ganz normal den Flug in den Süden antreten können.
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