Taskforce gegen Abwanderung
Wählergemeinschaft Schönsee-Ost vermisst konstruktives Vorgehen gegen Einwohnerschwund

Politik
Oberviechtach
26.02.2016
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Allein der Einwohnerschwund wäre ein Fall für eine spezielle Einsatztruppe, meint Josef Eibauer. Der Fraktionssprecher der Wählergemeinschaft Schönsee-Ost bedauert, dass für ein konstruktives Vorgehen im Stadtrat kaum Zeit bleibt.

Schönsee. Im Mittelpunkt der gut besuchten Versammlung der Wählergemeinschaft Schönsee-Ost standen am vergangenen Sonntag im Gasthaus Waldblick die Berichte der Stadträte Josef Eibauer, Reinhard Kreuzer und Andreas Kulzer über die Stadtratsarbeit in den zurückliegenden Monaten. In der Diskussion aktueller Themen ging es insbesondere um die kürzlich vom Stadtrat einstimmig beschlossene Neugestaltung der Ortsmitte von Dietersdorf. Dieses Projekt wird vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) gefördert und läuft parallel zur Deckensanierung der Staatsstraße.

Unter den etwa 30 kommunalpolitisch Interessierten aus Dietersdorf und Schönsee entspann sich eine intensive Diskussion über Details der Maßnahmen im Ortszentrum, im Umfeld von Kirche und ehemaligem Feuerwehrhaus. Eine Rolle spielten dabei auch mögliche Kosten für Anlieger bei der Sanierung der Gehwege entlang der Staatsstraße. Fraktionssprecher Josef Eibauer bezeichnete die beschlossene Planung als guten Kompromiss, der viele Anregungen aus den Bürgerworkshops berücksichtigt. Aus Kostengründen habe man leider auf einige Wünsche verzichten müssen, wie beispielsweise die Neugestaltung der Einfahrt in die Winkelstraße.

Wer bezahlt?


Fragen drehten sich vor allem um die zeitliche Abfolge der Baumaßnahmen und die Randsteinerneuerung der Gehwege im gesamten Bereich der Ortsdurchfahrt. Mit der Frage "Ist mit dem Ersetzen kaputter Randsteine ein Neubau der Gehwege mit Beitragspflicht verbunden?" sprach einer der Teilnehmer ein Thema an, das vor allem Anlieger an der Dietersdorfer Hauptstraße interessierte. Diese Fragen müssen nach Meinung von Stadtrat Reinhard Kreuzer Stadt und Verwaltung bald klären, um eine Verunsicherung zu vermeiden.

Auch sollen die Bürger schnell informiert werden, für welche privaten Gestaltungsmaßnahmen Förderungen seitens des ALE beantragt werden können. Bei der Trinkwasserversorgung in Dietersdorf wird es nach der Feststellung von Keimen notwendig sein, die mögliche Bandbreite der Gegenmaßnahmen intensiv zu diskutieren. Erfreulich ist, dass mit dem bevorstehenden Breitbandausbau auch Dietersdorf, Weberhäuser, Friedrichshäng und Lindau Zugang zu schnellem Internet erhalten, so die Vertreter aus dem Stadtrat.

Auch die demografische Entwicklung war Thema. Ein Versammlungsteilnehmer fand den Rückgang der Einwohnerzahlen und die Abwanderung junger Familien alarmierend. Josef Eibauer könnte sich dazu im Stadtrat eine "Taskforce Abwanderung und Leerstand" mit Bürgerbeteiligung vorstellen. Er bedauerte, dass wegen "des derzeit nicht gerade guten Klimas im Stadtrat" kaum Zeit bleibe, sich solchen wichtigen Themen konstruktiv zu widmen.

Günstiger mit Solar


Die Räte der Wählergemeinschaft Schönsee-Ost hätten wiederholt die Betriebskosten der neuen Kläranlage zum Thema gemacht, hieß es bei der Versammlung. Ein gemeinsamer Ansatzpunkt im Stadtrat war demnach, die schon vor Jahren angedachte Solarstromanlage auf dem Kläranlagen-Dach schnell zu installieren und damit die Kosten zu senken. Die Inbetriebnahme mindere die Abwassergebühren der Bürger. Auch würden Überlegungen zur Beteiligung an der landkreisweiten Klärschlammverwertung positiv bewertet.

Hochgekocht


Als Themen, die im Stadtrat die Emotionen hochkochen ließen, nannte Josef Eibauer den Eigentümerwechsel des Hotels St. Hubertus und die Fällung der Kastanienbäume in der Bahnhofstraße. "Für die Stadträte der Wählergemeinschaft Schönsee-Ost geht es jetzt vor allem darum, wie mit der Pflege städtischer Bäume zukünftig nachhaltiger umgegangen wird und auf welche Weise Themen, die besonders im Fokus stehen, in der Öffentlichkeit besser kommuniziert werden könnten", so der Tenor.

Die zweistündige Informations- und Diskussionsrunde war nach den Worten des Fraktionssprechers sowohl für die anwesenden Stadträte als auch für die interessierten Bürger "eine äußerst aufschlussreiche und konstruktive Veranstaltung". Die Ergebnisse sollen in die Stadtratsarbeit der nächsten Monate einfließen.
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