Über 50 Oberviechtacher Soldaten in Niederbayern im "Flüchtlingseinsatz"
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Politik
Oberviechtach
02.12.2015
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Zwar werden beim "Flüchtlingseinsatz" hohe Anforderungen an die Oberviechtacher Soldaten gestellt, doch wenn eine oft lange und turbulente Nachtschicht (von 20 Uhr abends bis 8 Uhr morgens) vorbei ist und die Flüchtlinge, darunter auch viele Kinder und Frauen, Decken, warme Bekleidung und Unterkünfte erhalten haben, ruhen sie sich mit einem guten Gefühl für die nächste Einsatznacht aus.

Über 50 Soldaten des Panzergrenadierbataillons 122 aus Oberviechtach sind seit Monaten im Wechsel im "Wartezentrum Feldkirchen" (Landkreis Straubing-Bogen) in der dortigen vom Sicherheitsbereich abgetrennten Gäubodenkaserne im Einsatz.

Unter der Führung der Panzerbrigade 12 "Oberpfalz" Amberg arbeiten sie mit dem "Deutschen Roten Kreuz" (DRK) und dem Technischen Hilfswerk (THW) zusammen, wobei sie gemeinsam das Ziel verfolgen, den ankommenden Menschen in ihrer Not zu helfen.

Meist kommen die Flüchtlinge mit Bussen während der nächtlichen Stoßzeiten um 22, 2 und 4 Uhr im "Wartezentrum" an und werden dort durch das "Bundesamt für Migration und Flüchtlinge" (BAMF) aufgenommen und registriert. Bereits hier wird darauf geachtet, dass Familien, Verwandte und Freunde zusammenbleiben und später in die dieselben Unterkünfte kommen. Bei dieser Registrierung arbeiten auch sechs Feldwebeldienstgrade vom Panzergrenadierbataillon 122 Oberviechtach mit.

Weiter geht es dann in das "Willkommenszelt" des DRK, von den Soldaten nur "Servus-Zelt" genannt, wo die Flüchtlinge warme Getränke und Snacks bekommen. Auch hier sind die Oberviechtacher Soldaten eingesetzt.

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, die ohne ein Elternteil ankommen, kommen in separate Unterkünfte und gehen damit gleich in die Obhut des zuständigen Jugendamtes. Der Weg führt die Flüchtlinge dann weiter in die "Kleiderkammer", wo sie Decken für die Nacht und wenn erforderlich auch Bekleidungsstücke, Schuhe und Hygieneartikel erhalten.

Nachdem die Flüchtlinge ihre Unterkunft, meist nur für einen Tag und eine Nacht, eingerichtet haben, erfolgt eine Führung durch das gesamte Wartezentrum, wobei sie erfahren, wo Speisesaal, Waschgelegenheiten, Toiletten oder auch Sportmöglichkeiten sind. Hierbei sind auch Dolmetscher und Landsleute der Flüchtlinge eingesetzt, die schön länger in Deutschland sind. Die Flüchtlinge werden dann nach maximal zwei Tagen an die Orte zu gebracht, wo sie längerfristig untergebracht werden können und wo über ihre Asylanträge entschieden wird.

In Feldkirchen können derzeit 1500 Flüchtlinge untergebracht werden, durch umfangreiche Bauarbeiten, die derzeit laufen, wird die Kapazität auf 5000 Plätze ausgebaut. Die Soldaten werden wohl bis Ende des Jahres ihren Dienst in Feldkirchen verrichten. Es wird aber damit gerechnet, dass ihr Einsatz auch noch im kommenden Jahr erforderlich ist.
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