2. Oberviechtacher Rauhnacht zieht Besucher in Scharen an
Wilde Hexenjagd am Marktplatz

Furchterregende Dämonen vom "Schwarzachtal Pass" trieben am Sonntag ihr Unwesen im "Wohnzimmer der Stadt". Da klammerten sich die Kinder gerne an ihre Eltern. Bilder: frd (3)
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Oberviechtach
04.01.2016
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Die Rauhnächte, vom 24. Dezember bis 5. Januar, waren bei unseren Vorfahren die "heiligen Nächte". Es wurde möglichst nicht gearbeitet, sondern nur gefeiert. Beim Spektakel "Oberviechtacher Rauhnacht" gingen am Sonntag furchterregende Krampusse auf Hexenjagd.

Zwei Wochen feiern das ist in Oberviechtach zwar nicht drin, doch die eine Rauhnacht am Sonntag hatte es in sich. Hier wurde einigen hundert Besuchern ein tolles Schauspiel geboten. Mit Rauchwurst, Rauhnacht-Burgern, Schmandtalern und Getränken war auch für das leibliche Wohl bis in den späten Abend hinein gesorgt.

Der Vorsitzende des Tourismusvereins Oberviechtach, Stadtrat Tobias Ehrenfried, freute sich, dass er zur zweiten "Oberviechtacher Rauhnacht" - die erste fand im Vorjahr im Kramerl-Biergarten statt - einige hundert Gäste auf dem Marktplatz begrüßen konnte. Diese warteten ab 16 Uhr dichtgedrängt auf den Auftritt der "Wolfsauslasser" aus Kirchdorf im Wald (bei Regen).

Lautes Geläute


Ehrenfried dankte der Leiterin des Oberviechtacher Tourismusbüros, Sigrid Breitschafter, den Männern vom Bauhof, dem FC OVI-Teunz, dem Handballverein, den Black-Pirates-Murach und dem Festspielverein, die dieses in der Region wohl einmalige Event zusammen auf die Beine gestellt haben. Die Gäste zuckten zusammen, als die Pirkhofer Böllerschützen mit einer Reihe und mehreren "Saluts" das Schauspiel auf dem Marktplatz eröffneten und die "Wolfsaustreiber" mit ohrenbetäubenden und rhythmischen Geläut ihrer überdimensionalen Glocken einmarschierten. Sie wollten die bösen Geister aus der Stadt vertreiben, die wie schon unsere Vorfahren wussten, gerade in den Rauhnächten versuchen, möglichst viele Menschen vom Diesseits ins Jenseits zu befördern.

"Feder" für Zaubertrank


Ehrenfried klärte über die Hintergründe des Brauchtums rund um die bösen Geister auf, die auch heute noch von den Sternsingern mit dem Aufmalen der Buchstaben "C-M-B" und drei Kreuzen symbolisch vertrieben werden und dabei Gottes Segen auf unsere Häuser geholt werden soll. Ehrenfried mahnte, dass Frauen und Kinder in dieser Zeit nicht alleine auf die Straßen gehen sollten. Vielleicht auch der Grund, dass sich so viele Menschen auf dem Marktplatz dicht aneinander drängten. Schon kamen die Hexen vom Schwarzachtal Pass aus Neunburg vorm Wald und wollten einen "Zaubertrank" zusammenbrauen.

Doch ihnen fehlte dazu noch die Feder des "Todesvogels". Als sie diesen schon am Boden hatten und ihm eine Feder ausreißen wollen, kamen die mächtigen und furchterregenden Krampusse zu Hilfe, veranstalteten eine turbulente "Hexenjagd" und verurteilten die gefangenen Hexen zum Tode auf dem Scheiterhaufen. Auch die "Goißlschnalzer" halfen mit, die bösen Geister zu vertreiben.

Das Gute siegt


Somit siegte auch hier, wie das auch im richtigen Leben sein sollte, das "Gute über das Böse". Der Abend wurde ein beispielgebendes und gelungenes Event und zeigte auf was gelingen kann, wenn Vereine und Institutionen, unterstützt von einigen Sponsoren, zusammenarbeiten.
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