25 Jahre Partnerschaft mit Raschau
Freundschaft seit dem Mauerfall

Der Raschauer Bürgermeister Frank Tröger trägt sich in das Goldene Buch ein. Er wird dabei flankiert von Landrat Thomas Ebeling (von links), Bürgermeister Heinz Weigl, Zweite Bürgermeisterin Christa Zapf, Altbürgermeister Wilfried Neuber und Henry Solbrig. Bilder: bgl (2)
Vermischtes
Oberviechtach
20.04.2016
31
0
 
Die Niedermuracher Sänger umrahmten die Jubiläumsfeier musikalisch.

Freundschaft ist nicht nur ein wertvolles Geschenk, sondern eine dauerhafte Aufgabe. Der Partnerschaftsvertrag zwischen Raschau und Oberviechtach sollte eine Brücke zwischen dem ehemals geteilten Deutschland schlagen. Seither sind 25 Jahre vergangen.

Das Jubiläum der Städtepartnerschaft wurde am Wochenende gebührend gefeiert. Am Samstag gegen Mittag trafen die Gäste aus der Erzgebirgsstadt Raschau mit einem vollbelegten Reisebus in Oberviechtach ein. Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Gasthof "Taverne" im Ortsteil Lind machten sich die Gäste auf zur Stadtführung und ins Museum auf.

Keine Glücksritter


Zum Höhepunkt der Patenschaftsfeier versammelten sich die Delegationen aus Raschau und Oberviechtach zusammen mit Landrat Thomas Ebeling und Stadträten aus Oberviechtach im Gasthof "Hammerschänke". Eingangs begrüßte Bürgermeister Heinz Weigl seinen Raschauer Amtskollegen Frank Tröger und dessen Vorvorgänger Henry Solbrig sowie den Oberviechtacher Altbürgermeister und Ehrenbürger Wilfried Neuber. Die musikalische Gestaltung lag bei den "Niedermuracher Sängern".

Bei der Würdigung der Partnerschaft ergriff Bürgermeister Frank Tröger das Wort. "Wir sind gerne nach Oberviechtach gekommen, weil wir wissen, dass wir hier gerngesehene Gäste sind und vielfältige Verbindungen und Traditionen zwischen unseren beiden Orten uns verbinden", betonte er. Aus Zeitungsberichten und sonstigen Unterlagen aus damaliger Zeit konnte er erfahren, wie sich damals, kurz nach dem historischen Mauerfall, diese ehrliche Freundschaft entwickelte. Der Direktor der "Clara-Zeltkin-Oberschule und später der Schulleiter Gotthold Müller stellten die ersten Kontakte zur Doktor-Eisenbarth-Schule in Oberviechtach her. Dann folgte die Einbeziehung der beiden Rathäuser mit der Folge der Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages durch die beiden Bürgermeister zum Motto: "Eine Brücke wird geschlagen." Die Partnerschaft wuchs, die Schulen, die Rathäuser, die Feuerwehren und weitere Vereine arbeiteten zusammen und sogar eine Hochzeit kam zustande. Man tauschte sich aus, gab Erfahrungen im Aufbau einer neuen Gemeindestruktur weiter.

"Das war auch gut und wichtig so, denn auf die Rathäuser im Osten strömten ja die vielfältigsten Probleme und Aufgaben ein und nicht jeder der aus dem Westen kam, meinte es gut mit uns", fügte er im nachdenklich stimmenden Tonfall an. Zwischen Glücksrittern und ehrlicher Hilfe war damals schon sehr schwer zu unterscheiden und viele sein dabei auch auf die Nase gefallen. "Anders war es bei uns", stellte Frank Tröger fest, und darauf könnten alle zu Recht sehr stolz sein. "An uns liegt es nun, diese Freundschaft auch in Zukunft weiterzuführen", so der Bürgermeister und er schlug vor, die junge Generation und die Vereine noch mehr zu integrieren und damit frischen Schwung und neue Ideen in die Partnerschaft zu bringen.

Bürgermeister Heinz Weigl stellte fest, dass Raschau und Oberviechtach einen kleinen, aber wichtigen Baustein zur Einheit Deutschlands und zu einem vereinten Europa beigetragen haben. In der Partnerschaftsurkunde, welche die damaligen Bürgermeister Wilfried Neuber und Henry Solbrig gemeinsam unterzeichneten ist festgelegt, dass der Aufbau und die Pflege freundschaftlicher Beziehungen mit Leben zu erfüllen ist. Dieser Auftrag wurde durch die damaligen Bürgermeister Neuber und Solbrig voll erfüllt. Bereits vor der offiziellen Unterzeichnung am 3. Oktober 1990 wurde vor dem Oberviechtacher Feuerwehrhaus eine Eiche gepflanzt, aus Freude über die Wiedervereinigung und zur Erinnerung an die besiegelte Partnerschaft. "In diesen 25 Jahren ist das kleine Bäumchen zu einem stattlichen Baum herangewachsen", betonnte Heinz Weigl und bekannte: "Unsere gegenseitigen Beziehungen sind zwar sehr herzlich, aber vieles ist zu sehr zum Alltag geworden."

Weiter vertiefen


In diesem Zusammenhang berichtete Weigl, dass sich er und sein Raschauer Kollege schon mehrmals persönlich besprochen haben mit dem Ergebnis, das vor 25 Jahren geknüpfte Band der partnerschaftlichen Beziehungen zu pflegen und wieder zu vertiefen. In diesem Sinn wünschte er den beiden Kommunen ein "Glück auf" für eine weitere gemeinsame Zukunft in Freundschaft, Frieden und Freiheit.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.