ADAC-Ausstellung in der Berufsfachschule will für Unfallrisiko sensibilisieren
„Ich wollte doch leben“

Michael Herbst (rechts) vom ADAC Nordbayern eröffnete die Ausstellung in der Berufsfachschule. Unter den Ehrengästen waren auch (von links) Polizeihauptkommissar Robert Feuerer, Bürgermeister Heinz Weigl, Schulleiter Marko Renner und Polizeioberrat Michael Danninger vom Polizeipräsidium Oberpfalz. Bild: frd
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Oberviechtach
02.06.2016
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Sechs Schicksale, sechs Schatten: Sie sollen vor allem junge Autofahrer betroffen machen. Darauf zielt nun eine Ausstellung des ADAC an der Berufsfachschule für Ernährung, Versorgung, Kinderpflege und Sozialpflege ab. Ein Aspekt sorgte dabei besonders für Gänsehaut.

Noch bis 14. Juni will die Ausstellung in der Berufsfachschule vor allem wachrütteln und für die Verantwortung gegenüber anderen sensibilisieren. Bei der Eröffnung im Beisein der Schüler und des Lehrerkollegiums war der Oberviechtacher Schulleiter, Marko Renner, sichtlich erfreut über die Zahl der Ehrengäste: Bürgermeister Heinz Weigl, Michael Herbst (Vorstandsmitglied der Sparte Verkehr, Technik und Umwelt des ADAC Nordbayern), Polizeioberrat Michael Danninger vom Polizeipräsidium Oberpfalz, Robert Feuerer (Leiter der Polizeiinspektion Oberviechtach) und auch der Feuerwehr-Kommandant Dietmar Hein waren gekommen. Den örtlichen ADAC vertrat Fahrlehrer Josef Herdegen .

Marko Renner nahm Bezug auf den Titel der Ausstellung: "Ich wollte doch leben." In den Jahresberichten von Schulklassen würden immer wieder Nachrufe auf Schüler auftauchen, die zu Schulbeginn noch auf ihrem Platz saßen, startklar fürs Leben und doch später Opfer eines Unfalls. Jeder einzelne junge Mensch, der verunglücke, sei einer zu viel.

Renners Appell galt den Schülern: Sie sollten bei der Fahrt zur Schule oder nach Hause lieber einmal ein paar Minuten zu spät kommen, als unnötige Risiken eingehen und damit Gesundheit und Leben zu gefährden. Deshalb sei es auch eine große Aufgabe, Kinder, Jugendliche und Fahranfänger auf die Teilnahme im Straßenverkehr gründlich vorzubereiten. Die aktuelle Ausstellung sei dazu bestens geeignet.

Hohes Risiko


Wie ADAC-Vorstandsmitglied Michael Herbst ausführte, ist das Risiko, im Straßenverkehr tödlich zu verunglücken, bei jungen Fahrern fast doppelt so hoch wie bei anderen Verkehrsteilnehmern. 2014 kamen in Bayern 69 junge Fahrer bei Verkehrsunfällen ums Leben. Gedenkkreuze an den Straßen seien ein trauriges Zeugnis dafür. Sie erinnern oft an junge Menschen, die plötzlich "aus ihrem Leben gerissen worden sind". Jedes einzelne Kreuz steht für ein schreckliches Schicksal. Mit "Schatten - Ich wollte doch leben!" habe der ADAC eine außergewöhnliche Ausstellung initiiert, um vor allem junge Menschen wachzurütteln. "Wir wollen damit bewusst Grenzen überschreiten und so junge Leute für einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit individueller Mobilität gewinnen", sagte Herbst. Intensität soll erreicht werde durch persönliche, tragische Schicksale.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen sechs lebensgroße, geschwärzte Figuren. Jede Silhouette steht für einen jungen Menschen, der bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Besonders betroffen macht dabei die Tatsache, dass es sich hierbei nicht um fiktive Fälle handelt, sondern sich jeder Unfall real ereignet hat. Die bewegenden Texte, die sich auf den Schatten-Figuren befinden, erzählen von den tragischen Ereignissen, die zu ihrem Tod führten. Neben Schilderungen zum Unfallhergang sind auch persönliche Angaben vermerkt. Zwei Wochen lang sind die Figuren aufgestellt, um zum Nachdenken anzuregen und Anlass für Gespräche zu geben.

Großes Leid


Nach jedem Unfall stellt sich für Angehörige und Freunde immer die Frage nach dem "Warum", merkte Bürgermeister Heinz Weigl an. Er appellierte an alle Anwesenden, sich die Ausstellung zu Herzen zu nehmen und sich als Verkehrsteilnehmer entsprechend zu verhalten. Wie sinnvoll und nötig so eine Ausstellung sei, konnte am besten Polizeioberrat Michael Danninger ermessen, denn schon mehrmals musste er Eltern und Angehörigen Todesnachrichten überbringen und miterleben, welch großes Leid und tiefe Erschütterung diese Nachricht auslöste.

Präventivmaßnahmen seien deshalb dringend nötig. Nicht nur für die Familie des Betroffenen, sondern auch für den Unfallverursacher könnten diese Sekunden des Leichtsinns oder des Rasens das Leben völlig verändern. Deshalb werde die Polizei alles Erforderliche tun, damit möglichst wenig junge Menschen im Straßenverkehr ihr Leben lassen müssen.

Wir wollen mit dieser Ausstellung bewusst Grenzen überschreiten und so junge Leute für einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit individueller Mobilität gewinnen.Michael Herbst, ADAC-Vorstandsmitglied
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