Alte Skizzen geben Hinweis auf zugefülltes Gebäude
Neues von der Burg

Haus Murach ist das ganze Jahr über einen Besuch wert. Der 20 Meter hohe Bergfried ist gut erhalten und wartet auf der Plattform mit einer herrlichen Fernsicht auf. Reste eines Wirtschaftsgebäudes wurden heuer "ausgebuddelt" und saniert. Bild: Portner
Vermischtes
Oberviechtach
01.10.2016
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Über zehn Jahre dauerte die Generalsanierung der Burg Murach, die heuer abgeschlossen wurde. Neben Mauerausbesserungen grub das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach als Bauherr die Reste eines ehemaligen Wirtschaftsgebäudes im oberen Burghof aus. Es gibt also wieder einen Grund, dem "Haus", wie die Bevölkerung gerne sagt, einen Besuch abzustatten. Wie Simon Sieß, Leiter der Abteilung Liegenschaften am Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach erklärt, sei er durch alte Skizzen und Zeichnungen darauf aufmerksam geworden. Mit Bagger und Schaufel wurde das Erdreich abgetragen und die Gewölbemauern saniert.

Von der 1110 erstmals urkundlich erwähnten und einst so imposanten Burg Murach steht nur noch eine Ruine. Sie wurde auf der Bergkuppe von den Grafen von Sulzbach erbaut und nach Aussterben der männlichen Linie durch Heirat an die Grafen von Ortenburg weitergegeben. Nach Erbstreitigkeiten der Ortenburger kam ihr Besitz im 13. Jahrhundert an den Wittelsbacher Herzog Ludwig von Oberbayern, der Burg und Amt Murach mit seinen Dienstleuten besetzte. Die Wehrhaftigkeit der Festung bewies sich in den Hussitenkriegen von 1419 bis 1436, als sie allen Anstürmen standhielt.

Bei der bayerischen Gebiets- und Verwaltungsreform wurden Amt und Pfleggericht Murach im Jahr 1803 nach Neunburg vorm Wald verlegt und die Burg an einen Privatmann verkauft. Nun wurde das Bauwerk als billiger Steinbruch von den Bürgern benutzt und die Witterungseinflüsse trieben den Verfall voran. Erst nach der Errichtung des Landgerichts in Oberviechtach kaufte der Staat 1844 die Ruine zurück und sorgte für eine notdürftige Konservierung.

Der Bergfried ist der bis heute am besten erhaltene Teil der Anlage. Der etwa 20 Meter hohe Turm weist eine Aussichtsplattform auf und bietet dem Besucher einen herrlichen Rundblick weit ins Land hinaus. (Seite 31)
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