Anglerglück mit Aroma

Fachmännisch einen Knoten knüpfen - auch das gehört zu den Anforderungen für Angler. Beim Schnupperangebot des Fischereivereins im Ferienprogramm gab es schon mal die erste Lektion. Bilder: baf
Vermischtes
Oberviechtach
12.08.2016
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Endlich selbst die Angelrute auswerfen - und einen Fisch an Land ziehen: Das begeisterte den Nachwuchs am meisten.

Ein perfekter Knoten, ein schmackhafter Teig und ganz viele Details müssen stimmen, wenn der Fisch anbeißen soll. Im Ferienprogramm erfuhren kleine Angler aber auch, warum man dabei nicht zu gierig sein sollte.

In kürzester Zeit waren die 20 Plätze, die der Fischereiverein für das Schnupperangeln zur Verfügung stellte, ausgebucht. Vorsitzender Alfons Binder musste drei Gruppen am Vereinswasser in Lukahammer bilden, damit die kleinen Fischer auf ihre Kosten kamen.

Viele Helfer


Interessierte Eltern und Vereinsmitglieder halfen mit bei der Einführung der Kinder in Theorie und Praxis des Angelns. Die Hauptakteure des Tages, 20 Kinder in der Altersgruppe von 6 bis 12 Jahren, wollten schließlich möglichst schnell eintauchen in das Angebot der Petrijünger. Die hatten - wie in den Vorjahren - zum Ferienprogramm der Stadt Oberviechtach beigetragen.

"Mantje, Mantje, timpe te...": Sozusagen als Einstieg präsentierte der Vereinsvorsitzende den Teilnehmern das Märchen "Der Fischer und seine Frau", um das Zusammenspiel von Wasser, Fisch und Mensch in den Blickpunkt zu rücken. In diesem Märchen wird bekanntlich der Fischersfrau ihr Hochmut und die grenzenlose Gier nach Besitz und Macht zum Verhängnis. Sie sitzt nach kurzem Reichtum wieder in ihrer schäbigen Fischerhütte, genauso wie vor der prägenden Begegnung ihres Mannes mit einem Butt, der Wünsche erfüllen kann.

Knotentechnik


Nach dem Motto "Jede Schnur ist so stark wie ihr schwächster Knoten" hatte Josef Ruhland, Verantwortlicher für die Vereinsjugendarbeit, entsprechendes Übungsmaterial mitgebracht. Vom einfachen Knoten bis zum anspruchsvollen Fischerknoten demonstrierte und übte er Verbindungen, wie sie nicht nur für Angler im Alltag nützlich sind. Dabei begeisterte er mit seiner kurzen Übungseinheit nicht nur die Kinder, sondern auch ihre mithelfenden Väter, die sich ebenfalls mit den mitgebrachten Seilstücken beschäftigten. Im Spaß bemerkte der Jugendwart, dass im Falle von Misserfolgen Resignation nicht angebracht sei. Alle Beteiligten hätten jetzt ein ganzes Jahr Zeit zum Üben - sie dürften deshalb das Übungsmaterial auch mit nach Hause nehmen.

Von Rute und Rolle


Den zweiten Programmpunkt bestritt stellvertretender Vorsitzender Peter Schwabenbauer, der mit den Teilnehmern einen Streifzug in ausgewählte Bereiche des gehobenen Angelns unternahm. Ruten, Rollen und Schnüre aus seinem beeindruckenden Equipment, vor allem aber das Herstellen von Angelteigen und Pasten in Verbindung mit den verschiedenen Aromastoffen und notwendigen Zusätzen stießen auf echtes Interesse, zumal sich die Kinder selbst aus der "Hexenküche" bedienen, mischen und kneten durften.

So verdeutlichte Schwabenbauer, dass bei dieser besonderen Form des Angelns umfassende Kenntnisse im Hinblick auf den Zielfisch, Wetter, Jahreszeit und Gewässerart unerlässlich sind. Unwichtig erscheinende Kleinigkeiten würden über Erfolg und Misserfolg entscheiden. Das spiele besonders bei Wettkämpfen eine Rolle.

Der dritte und letzte Teil der Veranstaltung gehörte der Praxis. Endlich eine Angelrute in Händen halten, selbstständig auswerfen oder den richtigen Moment beim Anbeißen abpassen - das begeisterte die kleinen Petrijünger. Nachdem sich viele aktive Angler des Vereins als Paten zur Verfügung gestellt hatten, konnten die Kinder individuell und intensiv betreut werden, und auch die Sicherheit war gewährleistet.

Weißfisch am Haken


Verschiedene Weißfischarten gingen an den Haken und konnten sicher gelandet werden. So herrschte an den Ufern des Mühlweihers bald ein emsiges Treiben, und die einzelnen Gruppen spornten sich gegenseitig an: "Wir haben schon wieder einen!"

Inzwischen hatten die "Versorgungskapitäne" des Vereins ihre Gerätschaften, Zelte und entsprechende Sitzgelegenheiten in Position gebracht, damit hungrige und durstige Kinder jederzeit zu ihrem Recht kamen. Zum Selbstkostenpreis konnten warme Würste und Getränke erworben werden. Der Vereinsvorsitzende bedankte sich ausdrücklich bei den Helfern des Vereins: Nach dem Kraftakt beim Fischerfest und den Arbeitseinsätzen sei es beispielhaft, dass durch das tatkräftige Engagement auch diese Veranstaltung ermöglicht wurde.
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